Beyond Bitcoin
Die Evolution der Blockchain
 

Das Prinzip der Blockchain, inzwischen auch allgemeiner als Distributed Ledger Technology bezeichnet, war zunächst die technische Grundlage virtueller Währungen wie Bitcoin und Co., hat aber inzwischen neue Ansätze und Produkte hervorgebracht und damit seine eigene Bedeutung entwickelt. Hiermit verbunden sind eine Vielzahl ungelöster Fragestellungen in Steuer-, Zivil- und Aufsichtsrecht, wobei aktuell das Aufsichtsrecht besonders im Fokus steht.

Nach dem ersten Hype der Jahre 2013 / 2014 um virtuelle Währungen (Virtual Currencies, VC), speziell in Form der Kryptowährung Bitcoin, ist die große Revolution beim Endkunden bislang ausgeblieben. Zu den technischen und rechtlichen Unsicherheiten kam für die etablierten Finanzmarktteilnehmer hinzu, dass die Aufsichtsbehörden schon früh eine Abschottung der VC vom übrigen Finanzmarkt einforderten. Bei der Fortentwicklung der Blockchain zum Konzept der Distributed-Ledger-Technologie (DLT) befinden sich vor allem auch verbesserte Dienstleistungen bei Backend-Anwendungen und B2B-Lösungen im Fokus, die erhebliche Effizienzsteigerungen versprechen. Letztlich stehen damit auch die Aufsichtsbehörden vor einer erweiterten Herausforderung, denn es muss das Konzept der DLT selbst umfassend untersucht und beurteilt werden, das sich anschickt, wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsprozesse und damit auf den Finanzmarkt insgesamt zu nehmen. Zudem kommen aktuell von der EU-Ebene für die VC neue Regulierungsanforderungen auf den deutschen Gesetzgeber und die Marktteilnehmer zu, die erheblichen Einfluss auf die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen der neuen Technologie nehmen können.

Distributed Ledger Technology als Konzept

Die neuartigen Verfahren im Rahmen der DLT sind ständigen Veränderungen und Weiterentwicklungen unterworfen und werden inzwischen mehr als Konzept denn als Produkt verstanden. Dies spiegelt sich beispielsweise in einer aktuellen Position der CPMI-Arbeitsgruppe in der folgenden Definition der DLT wider: „DLT refers to the processes and related technologies that enables nodes in a network (or arrangement) to securely propose, validate, an record state changes (or updates) to a synchronized ledger that is distributed across the networks nodes.“ Diese weit gefasste Definition der DLT erlaubt grundsätzlich keine unmittelbaren rechtlichen Implikationen. Für die nachfolgende Darstellung der aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen für DLT-Konzepte in Deutschland soll daher auf gemeinsame Elemente typischer DLT-Konkretisierungen abgestellt werden. 

  • Recordkeeping: Das Führen eines Registers ist die ureigene Aufgabe der DLT. Hierbei ist entscheidend, welche Information gespeichert wird (eine Transaktion, ein Kontostand, ein vollständiger Vertrag etc.) und wie diese Information gespeichert wird (beispielsweise angehängt an eine Coin bzw. einen Token). 
  • Consensus: Der Mechanismus, über den unter den Teilnehmern (bzw. den Nodes in obiger Definition) festgestellt wird, dass bestimmte Updates (Transaktionen etc.) als erfolgt gelten. Dieses Element ist zen-tral, um ein eindeutiges, von allen Teilnehmern akzeptiertes Transaktionsregister herzustellen. 
  • Kryptografie: Kryptografische Methoden kommen immer dort zum Einsatz, wo Teilnehmer eine Transaktion etc. ausführen wollen und wechselseitige Berechtigungen und Identitäten entsprechend zu prüfen sind. Die insoweit in Anwendung befindlichen Mechanismen sind jedoch i.d.R. bereits etabliert und damit in der Beurteilung ihrer Sicherheit bekannt. 
  • Distribution: Die Dezentralität des Registers erfordert einen Mechanismus, die laufend konsensual aktualisierte Informationskette an die einzelnen Teilnehmer zu verteilen. Hierbei sind nicht zwingend alle Nodes stets mit allen Informationen zu versorgen. Aus rechtlicher Sicht sind insbesondere Datenschutzanforderungen zu beachten. 

 

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01/2018

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
13.12.2017
Erschienen in Ausgabe:

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Quelle(n):
Bildquelle: ©Zapp2Photo / iStockphoto.com
Autor/in 
Mirko Sprengnether, Hans Peter Wächter

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