Unsicherheitsgefühl
Deutschen fehlt Bezug zur Kryptowährung
 

Auch wenn derzeit alle Welt über Facebooks Projekt Libra spekuliert: Die Mehrheit der Deutschen ist gegenüber Kryptowährungen skeptisch. Und die Zahl derjenigen, die mit Bitcoin und Co. nichts zu tun haben (möchten), stieg im Vergleich zum Vorjahr sogar noch an.

94 Prozent haben hierzulande noch keinen Kontakt zu Kryptowährungen gehabt, 63 Prozent der Deutschen geben offen zu, sich mit den digitalen Währungen nicht auszukennen. Drei von vier Deutschen halten Kryptowährungen nicht für eine geeignete Anlageform. Befragt nach der Preisstabilität stufen nur 17 Prozent der Umfrageteilnehmer Kryptowährungen als vertrauenswürdig ein. Das sind sechs Prozent weniger als im Vorjahr und sogar 15 Prozent weniger als 2017. Gold hingegen genießt einen hohen Vertrauensvorsprung und wird von 84 Prozent als preisstabil eingeschätzt. Zum Vergleich: 81 Prozent der Deutschen setzen auf die Preisstabilität von Bargeld.

Die repräsentative Umfrage wurde in diesem Juni online von YouGov für die Unternehmensberatung BearingPoint durchgeführt. 43 Prozent der Befragten haben zwar schon einmal von Kryptowährungen gehört, wissen aber nicht, wie diese funktionieren. Robert Bosch, Partner im Bereich Financial Services beim Auftraggeber, sieht die fehlende Preisstabilität sowie Informationsmangel als Hauptgründe für die geringe Akzeptanz von Kryptowährungen an. Auch der Achterbahnkurs des Bitcoin habe bei den deutschen Anlegern für Verunsicherung gesorgt.

Unterschiede gibt es auch beim Geschlecht und beim Alter. 21 Prozent der männlichen Umfrage-Teilnehmer gaben an, sie hätten sich bereits näher mit Kryptowährungen beschäftigt oder würden diese nutzen. Bei den Frauen sind es nur 8 Prozent. Und während 14 Prozent der 18- bis 24-Jährigen Kryptowährungen nach eigenen Angaben benutzen, sind es bei den Deutschen über 55 Jahren nur 3 Prozent.

Zu den möglichen Vorteilen von virtuellen Zahlungsmitteln in sozialen Netzwerken befragt, zeigen sich die Deutschen jedoch skeptisch: 66 Prozent sehen keinen besonderen Mehrwert des Digitalgelds. Immerhin jeder Fünfte kann sich Kryptowährungen als Zahlungsmittel in den sozialen Medien vorstellen, und 16 Prozent denken, dass man damit User für das Anschauen von Werbung entlohnen könnte.

Dass viele Verbraucher Kryptowährungen als unsicher empfinden, sei auch ein politisches Problem, so Robert Bosch: „Die Privatwirtschaft ist hier wieder einmal weiter als die deutsche Politik. Während Facebook seine eigene digitale Währung ankündigt, fehlen in Deutschland noch immer die nötigen Regularien und Gesetze.“ (kra)

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
27.06.2019
Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/thamerpic

Autor/in 
Redaktion die bank
Weitere Artikel 
Webkiosk 

Die Zeitschrift

Ausgabe 06/2019

Jetzt online lesen »

 

 

Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv