Studie
Deutsche überschätzen Erträge ihrer Geldanlagen

Die Deutschen werden auch 2019 ihrem Ruf als Sparnation gerecht. Einer aktuellen Umfrage zufolge legen drei von vier Bundesbürgern (74 Prozent) Geld zur Seite. Jeder Zweite (49 Prozent) parkt seine Ersparnisse auf dem Girokonto, jeder Dritte (32 Prozent) nutzt ein klassisches Sparkonto. Immerhin jeder Dritte (30 Prozent) besitzt Aktien und Fondsanteile, um sein Geld rentabel anzulegen. Die Höhe dieser Gewinne schätzen jedoch viele falsch ein. Sparer, die Angaben zu ihrer voraussichtlichen Rendite machen, erwarten einen jährlichen Ertrag von durchschnittlich 4,6 Prozent. Vor allem junge Anleger rechnen mit fantastischen Gewinnen nahe der Zehn-Prozent-Marke – eine riskante Fehleinschätzung. Das sind die zentralen Ergebnisse einer Kantar-Emnid-Umfrage im Auftrag der Postbank.

Wie es weiter hieß, liegen vor allem die sparfreudigen 16- bis 29-Jährigen mit ihren Erwartungen daneben: Die jungen Sparer rechnen der Umfrage zufolge mit einem Gewinn von durchschnittlich 9,2 Prozent im Jahr. 15 Prozent versprächen sich sogar Erträge von mehr als zehn Prozent – und das, obwohl sie besonders häufig Anlageformen nutzten, die nahezu keinen Gewinn einbringen. So parkten zwei von drei 16- bis 29-Jährigen ihr Geld auf dem Girokonto (64 Prozent; Durchschnitt: 49 Prozent). Jeder Zweite nutze ein klassisches Sparkonto (49 Prozent; Durchschnitt: 32 Prozent). Und jeder Dritte verwahre sein Geld sogar unverzinst zu Hause (36 Prozent; Durchschnitt: 20 Prozent).

Der Befragung zufolge ist sich nur jeder vierte Sparer (28 Prozent) bewusst, dass er keine Gewinne mit seinem Geld erzielt, jeder dritte (31 Prozent) habe keinerlei Vorstellung von der Höhe seines jährlichen Ertrags. Laut Postbank attestiert der Psychologe Wolfgang Krüger den Deutschen eine „recht wunderliche“ Einstellung zum Thema Geld: „Einerseits überschätzen viele die Bedeutung von Geld, andererseits interessieren sich die meisten Menschen kaum für die eigenen Finanzen und haben viel zu wenig Kenntnisse, wie sie ihr Geld anlegen und vermehren können. Nach Jahren bekommen sie dafür dann die Quittung – und sind über das Ergebnis entsetzt.“ (ud) 

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Artikel veröffentlicht am:
29.10.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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