Sonderrolle in Europa
Deutsche hängen am Bargeld 

Trotz Girocard, Online-Banking oder Bezahldiensten wie Paypal: Die Deutschen wollen nicht von ihren Geldscheinen und Münzen lassen. Dabei nehmen die Bundesbürger im europäischen Vergleich eine Sonderrolle ein. Zwischen 9 und 34 Prozent beträgt die Differenz zum europäischen Durchschnitt in der Barzahlungsquote für alltägliche Ausgaben wie Snacks oder Lebensmitteleinkäufen. Im Mittel bezahlen die Bundesbürger fast 80 Prozent ihrer Ausgaben bar. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Umfrage der ING Deutschland.

Wie es weiter hieß, zeigt die Bargeldnutzung allerdings ein deutliches Altersgefälle. Jüngere Menschen setzen demnach deutlich stärker auf bargeldlose Zahlungsmethoden als der Durchschnitt. Um bis zu 20 Prozentpunkte liege die Barzahlungsquote der 25- bis 34-Jährigen bei alltäglichen Ausgaben unter den älteren Deutschen, während sich im europäischen Durchschnitt nur geringe Unterschiede zwischen den Altersgruppen zeigten. Für die Autoren zeigen die Zahlen zugleich, dass die Liebe der Deutschen zum Bargeld nicht ewig halten werde.

Zwar sei das Smartphone fast allgegenwärtig, doch mit ihm geht den Angaben zufolge noch kein allzu großes Vertrauen in Geldangelegenheiten einher. In Deutschland könne sich nur etwas mehr als ein Drittel der Befragten vorstellen, Zahlungsdaten einem Smartphone anzuvertrauen, und nur ein kleiner Teil davon mache bereits Gebrauch von dieser Möglichkeit. Sowohl unter den derzeitigen Nutzern als auch unter denen, die diese Form des Bezahlens zumindest nicht ausschließen wollten, spiele die Neugier auf die technologische Innovation nur eine Nebenrolle unter den möglichen Nutzungsgründen. Mit Bequemlichkeit und Flexibilität führten ganz alltägliche Gründe die Liste an.

Bereits seit längerer Zeit besteht die Möglichkeit, auch Zahlungskarten kontaktlos zu nutzen: Anstatt sie in ein Lesegerät einzuführen und eine PIN einzugeben oder einen Lastschriftbeleg zu unterschreiben, können entsprechend ausgerüstete Karten einfach auf das Lesegerät aufgelegt werden. Bei kleineren Zahlungsbeträgen ist dabei anschließend keine weitere Autorisierung erforderlich. Der Umfrage zufolge gibt mehr als die Hälfte der Befragten an, über eine derartige Karte zu verfügen.

Kontaktlose Bezahlen habe vergleichsweise schnell eine hohe Akzeptanz erreicht: Von denen, die über wenigstens eine solche Karte verfügten, gibt demnach über die Hälfte an, die kontaktlose Zahlungsmöglichkeit bei mindestens jedem zweiten Bezahlvorgang zu nutzen – vorausgesetzt, der Händler biete es an. Nur rund jeder Fünfte verzichte grundsätzlich darauf. Der häufigste Grund, aus dem die kontaktlose Funktion nicht genutzt werde, sei die Gewohnheit: Knapp 43 Prozent gäben an, nicht daran zu denken, ihre Karte auf diese Weise einzusetzen. Sicherheitsbedenken kommen mit nicht ganz 30 Prozent an zweiter Stelle; diese würden hauptsächlich von den Befragten geäußert, die ihre Karte gar nicht kontaktlos verwendeten. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
18.09.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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