Lernen für den digitalen Wandel
Den Schwung der Mitarbeiter nutzen
 

Insbesondere in der Finanzbranche spüren die Mitarbeiter den digitalen Wandel und den Druck zur Veränderung am eigenen Leib. Laut einer aktuellen Studie möchten sie sich fortbilden, Freizeit und Geld in ihre berufliche Entwicklung investieren und – wenn nötig – auch ihr Einsatzgebiet wechseln. Diese Bereitschaft sollten die Unternehmen sehr viel stärker nutzen.

Wie wichtig Weiterbildung für ihr berufliches Fortkommen ist, spüren die Mitarbeiter von Banken und Versicherungen besonders deutlich: Mit über 80 Prozent Zustimmung erklären sie im Rahmen der Studie, dass sich ihr Jobprofil aufgrund der Digitalisierung bereits stark oder in Teilen verändert hat.

Etwa ebenso viele erwarten künftig weitere Veränderungen durch neue Technologien wie intelligente Software und Roboter. Mit dieser Einschätzung liegen die Beschäftigten aus der Finanzbranche, in der die bisherigen Geschäftsmodelle durch innovative Start-ups und mächtige Internetkonzerne stark unter Druck geraten sind, vor anderen Wirtschaftsbereichen wie dem Maschinenbau, wo rund zwei Drittel der Mitarbeiter und Führungskräfte den Wandel ihres Aufgabengebiets bereits erleben bzw. kommen sehen. Die Ergebnisse stammen aus der EY-Studie „Digital-fit im Job?“, für die 1.000 Mitarbeiter und Führungskräfte deutscher Firmen aus verschiedenen Wirtschaftsbereichen befragt wurden. Mehr als ein Fünftel von ihnen kommt aus der Finanzbranche. Mit 94 Prozent sind nahezu alle Befragten der Meinung: „Wer sich nicht lebenslang weiterbildet, wird abgehängt.“

Geht es um die für die neuen Jobprofile benötigten Qualifikationen, sehen die Mitarbeiter in der Finanzbranche auch keinesfalls allein ihr Unternehmen in der Verantwortung. So sind 58 Prozent von ihnen bereit, sich auch im Urlaub oder in der Freizeit entsprechendes Know-how anzueignen und haben dies zum Teil bereits getan. Von dieser Gruppe können sich 58 Prozent vorstellen, jährlich ein bis fünf Tage ihrer freien Zeit einzubringen, 34 Prozent würden sogar sechs bis zehn Tage Freizeit opfern.

Die Hälfte der Angestellten von Banken und Versicherungen würde sich auch finanziell an einer Weiterbildung beteiligen oder hat bereits Geld in ihr Fortkommen investiert. Auch diese Ergebnisse unterstreichen die hohe Motivation der Mitarbeiter zur Fortbildung. Das eröffnet den Firmen zahlreiche Gestaltungsmöglichkeiten, unter anderem in finanzieller Hinsicht, etwa für steuerliche Vergünstigungen bei einer Lohnumwandlung.  

Mitarbeiter wünschen sich mehr Weiterbildung

Diese Möglichkeiten sollten die Unternehmen nutzen und ihren Mitarbeitern ein schlagkräftiges Fortbildungsangebot zur Verfügung stellen. In den meisten Unternehmen ist dies bislang jedoch nicht der Fall. Unter allen Befragten halten lediglich zwölf Prozent das Weiterbildungsangebot ihres Unternehmens in Bezug auf den digitalen Wandel für gut. 74 Prozent wünschen sich mehr Weiterbildungsmöglichkeiten.

Über die Hälfte der Studienteilnehmer aus der Finanzbranche erklärt zudem, dass die Möglichkeit zur Weiterbildung zu digitalen Themen nur vereinzelt besteht oder kein nennenswertes Angebot vorhanden ist. Diese kritische Einschätzung sollte die Unternehmensführung sehr ernst nehmen.

Die Digitalisierung wird keine Branche und keinen Geschäftsbereich unberührt lassen. Kümmern sich die Firmen nicht gezielt um das digitale Know-how ihrer Angestellten, müssen sie um ihre Zukunftsfähigkeit fürchten. Zudem muss ihnen klar sein: Die High-Performer unter den Mitarbeitern werden dahin gehen, wo sie die gewünschte Weiterbildung bekommen.

(...)

Den vollständigen Beitrag lesen Sie in der Fachzeitschrift "die Bank" 06/2019. Die Ausgabe kann im Abo oder einzeln bezogen werden. Zusätzlich kann auch dieser Artikel einzeln bezogen werden.
 Diese Ausgabe kaufen
 Den vollständigen Artikel jetzt online kaufen
Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
02.07.2019
Erschienen in Ausgabe:
06/2019
 Diese Ausgabe kaufen
 Diesen Artikel kaufen
Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/golero

Autor/in 
Nelson Taapken, Katharina Luh
Nelson Taapken ist Partner bei der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft EY. Er leitet den Bereich HR Consulting und berät Unternehmen aller Branchen bei komplexen Transformationsprozessen.

Dr. Katharina Luh ist Partnerin im selben Unternehmen. Sie leitet den Bereich Change und Learning für den deutschen Mark. Ihr Team unterstützt v. a. Industriekunden bei großen Transformationsvorhaben.
Weitere Artikel 
Webkiosk 

Die Zeitschrift

Ausgabe 06/2019

Jetzt online lesen »

 

 

Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv