Ungeordneter Brexit
Bundesbank warnt vor Schäden für das Finanzsystem

Die Bundesbank hat sich mit dem Stand der Brexit-Vorbereitung der in Deutschland tätigen britischen Banken zufrieden gezeigt. Die meisten der in Großbritannien ansässigen Kredit- und Finanzdienstleistungsunternehmen hätten die notwendige Lizenz für ihre im Euroraum beheimateten Einheiten erhalten oder würden diese absehbar bis zum 29. März bekommen, schreibt die deutsche Zentralbank in einer Stellungnahme für den Finanzausschuss des Bundestags. Eine Fortsetzung der Geschäftsbeziehung zu ihren in der verbleibenden EU beheimateten Kunden sei damit in der Regel sichergestellt. „Für Deutschland sind dies 16 Banken, die Geschäfte nach Deutschland verlegen oder bereits vorhandenes Geschäft stark ausbauen.“ 

Auf Seiten der Kunden der Institute sieht die Bundesbank jedoch noch Nachholbedarf, was deren Anpassungsmaßnahmen an einen ungeordneten Austritt des Vereinigten Königreichs aus der EU anbelangt. „Kunden und EU-Institute müssen die erforderlichen vertraglichen Anpassungen für Neugeschäft in der EU leisten, sofern die Vertragsbeziehung bisher im Vereinigten Königreich lag“, betonte die Bundesbank. Nur wenn Banken und ihre Kunden einen vertraglichen und technisch-organisatorischen Rahmen für neue Geschäfte geschaffen hätten, könnten Reibungen vermieden oder begrenzt werden.

Die Bundesbank warnte darüber hinaus vor erheblichen Verwerfungen im Finanzsystem im Falle eines ungeordneten Brexit. Um ein solches Risiko weiter zu reduzieren, seien sowohl der europäische als auch die nationalen Gesetzgeber gefordert, Maßnahmen zu ergreifen und Gesetze zu erlassen. Das vorliegende Brexit-Steuerbegleitgesetz sei in diesem Kontext zu sehen. „Insbesondere die darin vorgesehenen finanzmarktrechtlichen Vorschriften können einen wichtigen Beitrag zur Funktionsfähigkeit und Stabilität des deutschen und des europäischen Finanzsystems im Falle eines ungeordneten Brexit leisten“, hieß es. (ud) 

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
11.02.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv