Bankbilanzen
Brüssel sieht Rückgang fauler Kredite

Die Zahl der Problemkredite in Europas Bankbilanzen hat sich verringert. Wie die EU-Kommission am Mittwoch mitteilte, sei der Anteil ausfallgefährdeter Darlehen zum Ende des zweiten Quartals 2018 auf 3,4 Prozent zurückgegangen. Die Gesamtquote hatte im zweiten Quartal 2017 noch bei 4,6 Prozent gelegen. Notleidende Kredite in den Bilanzen waren eine der schwersten Altlasten der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die Brüsseler Behörde sprach sich vor dem Hintergrund der positiven Entwicklung für rasche Fortschritte bei der Vertiefung der Eurozone aus.

Medienberichten zufolge gibt es jedoch immer noch große Unterschiede in den EU-Ländern. Demnach sind die Geldhäuser in Griechenland mit rund 45 Prozent fauler Kredite am höchsten belastet. Am besten sehe es in Luxemburg mit 0,6 Prozent aus. Im stark verschuldeten Italien sei die Quote auf 10 Prozent gesunken – nach 12,2 Prozent im Jahr zuvor. EU-weit bezifferten sich die Problemdarlehen auf 820 Mrd. Euro gegenüber 950 Mrd. im Vorjahreszeitraum.

In einem Arbeitspapier mit der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) habe die EU-Kommission zudem gefordert, dass zum schnellen Abbau der Wackelkredite eine zusätzliche Handelsplattform geschaffen werden solle. Dort könnten Investoren und Banken einfacher mit den betroffenen Darlehen handeln.

Die EU-Länder treiben derzeit eine Reihe von Reformen voran. Demnach soll etwa der Euro-Rettungsschirm ESM künftig auch bei Banken Anwendung finden. Bislang hatte der ESM Darlehen gegen Auflagen nur an pleitebedrohte Staaten vergeben. Umstritten ist weiter die Vollendung der Bankenunion in der EU. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
29.11.2018
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