Internetwährung
Bitcoinhandel über die Bank
 

Kunden der Münchner Fidor Bank können ab sofort über den größten europäischen Marktplatz für die Internetwährung Bitcoin einen entsprechenden Handel abschließen. Wie Oliver Flaskämper (Foto), Vorstand der Bitcoin Deutschland AG, im Rahmen der Fachtagung „Zahlungsverkehr der Zukunft“ in Köln berichtete, ist damit erstmals ein Bitcoin-Handelsplatz direkt an das klassische Bankensystem angebunden. Die Fidor Bank will eine regulierte Plattform für Bitcoin und an der Kryptowährungen schaffen.

Bisher waren virtuelle Währungen nur im unregulierten Markt handelbar, was Kritik aus der traditionellen Bankenindustrie hervorrief. Bei Bitcoin-Börsen, die oft unreguliert und aus dem Ausland heraus operieren, liegt das Geld der Kunden in der Regel ungesichert auf dem Konto des Handelsplatz-Betreibers und ist damit beispielsweise im Insolvenzfall der Gefahr eines Totalverlustes ausgesetzt. Dieses Risiko ist auch im Betrugsfall gegeben. Die Bankenaufsicht klassifiziert Bitcoin gemäß eines Finanzinstruments in Form von Rechnungseinheiten als virtuelles und privates Geld, das nur online verfügbar ist. Sie warnt davor, dass Bitcoins weder von einer zentralen Stelle ausgegeben, noch kontrolliert werden und daher als Anlage hochspekulativ sind. „Von Seiten der Bankenaufsicht sind das Schürfen, die Nutzung sowie der An- und Verkauf virtueller Währungen grundsätzlich erlaubnisfrei“, erklärt Zahlungsverkehrsexperte Marcus Härtel von der Deutschen Bundesbank. Sollten allerdings Bankdienstleistungen angeboten werden, die auf Kryptowährungen beruhen, darf das nur durch eine regulierte Bank erfolgen. Erlaubnistatbestände sind auch das Finanzkommissionsgeschäft, die Anlage- und Abschlussvermittlung sowie der Betrieb eines multilateralen Handelssystems. „Steuerrechtlich unterliegen Bitcoins laut BMF der Umsatzsteuer“, sagt Härtel. Aus Sicht der Bundesbank wäre ein umfassender und neuartiger Regulierungsansatz für Kryptowährungen erforderlich, u. a. eine international verantwortliche Governance Authority für virtuelle Währungen, Kapitalanforderungen zur Abdeckung von Risiken sowie klare Abtrennungen von Kundenkonten. Aufgrund einer unzureichenden Regulierungsintensität empfiehlt die Aufsicht deshalb Banken und Zahlungsdiensteleistern, keine virtuellen Währungen zu kaufen, zu halten oder zu verkaufen. Dessen ungeachtet können Fidor-Kunden ab sofort auf Bitcoin.de innerhalb weniger Sekunden einen Bitcoin-Handel durchführen. Mit dem "Express-Handel" bieten Fidor und Bitcoin.de die europaweit schnellste Möglichkeit, Bitcoins zu kaufen und zu verkaufen. Bei Bitcoin.de liegt das Geld des Kunden somit auf dem eigenen Bankkonto – bei der Fidor Bank mit gesetzlicher Einlagensicherung von 100.000 € je Privatkunde. „Wir sind stolz, dass wir Bitcoin.de zusammen mit unseren Partnern von der Fidor Bank in Richtung Börse weiterentwickeln konnten“, sagt Flaskämper. Dies sei nicht nur eine gute Nachricht für alle Bitcoin-Fans, sondern auch eine gute Nachricht für FinTech-Unternehmen am Standort Deutschland.

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
26.02.2015
Erschienen in Ausgabe:

Quelle(n):

Fotos: Bernd Schaller (Bank-Verlag)

Autor/in 
Stefan Hirschmann
Weitere interessante Artikel 
Artikel abonnieren 
die bank | Newsfeed
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv