Niedrigzinspolitik
Bankenverbandspräsident attackiert EZB
 

Der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Hans-Werner Peters, hat die anhaltende Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) scharf kritisiert. Die Notenbank ignoriere weiter alle Mahnungen und verzögere somit auf lange Sicht den Ausstieg aus den Negativzinsen.

Das sei das falsche Signal. Den deutschen Sparern machte Peters kaum Hoffnungen auf eine Trendwende für 2019: „Das Zinsumfeld dürfte sich nur wenig verändern,“ sagte Peters, der auch Sprecher der persönlich haftenden Gesellschafter der Privatbank Berenberg aus Hamburg ist, im Interview mit der Funke-Mediengruppe. An die Institute richtete er zugleich die Forderung, dass sie noch wettbewerbsfähiger gegenüber der internationalen Konkurrenz werden müssten. Schwachstellen und offenkundige Übertreibungen der Regulierung seien zu reduzieren, ohne dass deswegen Abstriche an der Stabilität gemacht werden müssten. 

Beschäftigung: Historische Höchststände erwartet

Peters rechnet den Angaben zufolge für die deutsche Wirtschaft in diesem Jahr mit einem Wachstum von 1,5 Prozent. Das entspricht aus seiner Sicht der Schulnote „Befriedigend“. Der Bankenverbandspräsident liegt damit unter der Prognose der Bundesregierung, die aktuell von 1,8 Prozent ausgeht. Für den Arbeitsmarkt seien die Nachrichten positiv. Das Beschäftigungswachstum werde historische Höchststände erreichen. „Die Zahl der Arbeitslosen könnte 2019 im Durchschnitt auf rund 2,2 Millionen sinken“, betonte Peters. Im Jahr 2018 lag der Durchschnittswert bei rund 2,35 Millionen.

Ebenfalls optimistisch äußerte sich der Bankenverbandspräsident in Bezug auf die Finanzmärkte. Nach dem Einbruch des Aktienmarktes sieht er Chancen für steigende Kurse. Für den DAX erwartet Peters ein Ende der Abwärtsspirale: „Bei einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Entwicklung könnte er im nächsten Jahr daher wieder an Boden gewinnen". Die Aktienanleger müssten jedoch starke Nerven haben, da vom Brexit bis nach Italien die Unsicherheiten die Finanzmärkte unter Druck setzten. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
02.01.2019
Quelle(n):
Bildquelle: ©kontrast-fotodesign | fotolia.com
Autor/in 
Redaktion die Bank
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