Brexit
Bankenverband rechnet mit Notfallmodus

Der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken (BdB), Andreas Krautscheid, hat die Befürchtung geäußert, dass der ungeordnete Brexit wahrscheinlicher denn je geworden ist. Wenn im britischen Unterhaus weiterhin keine Mehrheit für den Austrittsvertrag zustande komme, müssten Firmen und Banken in den Notfallmodus übergehen, erklärte Krautscheid auf der Website „Der Bank Blog“: „Dieser Notfallmodus war immer unser Plan B und wir haben ihn vom ersten Tag an mitgedacht und vorbereitet. Leider müssen wir jetzt davon ausgehen, dass er Realität wird“, betonte Krautscheid in seinem Blog, in dem er Chancen und Herausforderungen für die Banken im Jahr 2019 beschreibt.

Die privaten Banken setzten ihre Hoffnung zudem darauf, dass die EU nach den Wahlen im Mai 2019 den Finanzbinnenmarkt entschiedener vorantreibe: „Europa ist unser Heimatmarkt, wirtschaftlich wie politisch. Daher brauchen wir mehr und ein besseres Europa und keinen Rückfall in national abgeschottete Märkte“, warnte Krautscheid. Viel zu oft endeten die Finanzierung der Wirtschaft und der Vertrieb von Finanzprodukten für Privatkunden an nationalen Grenzen. Herausforderung wie Chance zugleich werde die EU-Umsetzung der auf Baseler Ebene beschlossenen Bankenaufsichtsregeln sein – kurz Basel IV. Hier sei es besonders wichtig, dass die Besonderheiten der europäischen Banken berücksichtigt würden. 

Handlungsbedarf besteht Krautscheid zufolge auch bei der Digitalisierung. Deren Dynamik könne für grenzüberschreitende Geschäfte nur genutzt werden, wenn ein europaweit einheitlicher rechtlicher Rahmen geschaffen werde. Die entscheidende Frage für die Zukunftsfähigkeit von Banken sei, ob sie sich weitgehend digital positionieren könnten. Viele private Banken böten schon heute innovative Angebote für Privat- wie Unternehmenskunden an. Zudem stellten sie sich erfolgreich dem Wettbewerb mit Nicht-Banken-Anbietern: „Die Zeichen stehen hier vielfach auch auf Kooperation – bei den privaten Banken, wie auch beim Bankenverband mit seinen mittlerweile über 20 FinTech-Mitgliedern“, resümierte Krautscheid. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
07.01.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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