Individuelle Vereinbarung für Institutionelle
Auch die Sozialbank verlangt nun Strafzins

Auch eine im sozialen Bereich positionierte Bank muss in wirtschaftlich schwierigen Zeiten zusehen, dass die Kasse stimmt. Die Kölner Bank für Sozialwirtschaft (BFS) kündigte an, von Kunden mit „großen Einlagenvolumina“ künftig Strafzinsen zu verlangen. Betroffen sind hier ja nicht die Einlagen privater Kleinsparer, deshalb liegt die Untergrenze erst im zweistelligen Millionenbereich. Vorgesehen sind angemessene Freibeträge und ein gestaffelter Zinssatz, der mit den Kunden jeweils individuell vereinbart werde und auf jeden Fall unter dem aktuell geltenden Refinanzierungssatz von -0,4 Prozent liegen werde, erläuterte Sprecherin Stephanie Rüth auf Nachfrage. Die Bank will betroffene Kunden zum Umstieg auf andere Anlageformen beraten und außerdem neue Kontenmodelle einführen, die sich am Nutzungsverhalten der Kunden orientieren. Die Präferenzen dafür waren im letzten Herbst im Rahmen einer Kundenbefragung ermittelt worden. Darüber hinaus sollen die BFS-Kunden ab diesem Geschäftsjahr durch die Initiierung von Kreditfonds auch Zugang zum Kapital institutioneller Investoren erhalten. Für gemeinnützige Kunden will die Sozialbank indes auch weiterhin kostenlose Spendenkonten anbieten. Die Positionierung als „Bank des Zahlungsverkehrs für die Sozialwirtschaft“ soll mit attraktiven Konditionen für diese Klientel weiter gestärkt werden.
Generell habe sich die BFS im letzten Geschäftsjahr gut behauptet, heißt es im Geschäftsbericht für das Jahr 2016. Die Bilanzsumme sank um 667,0 Mio. auf 8,69 Mrd. €. Das operative Ergebnis ging aufgrund des anhaltenden Ertragsdrucks auf die Banken leicht zurück, aber das Betriebsergebnis konnte dank eines Sondereffekts dennoch um 5,3 Prozent auf 85,8 Mio. € erhöht werden. Der Wertpapierbestand wurde um 794,2 Mio. € reduziert. Im traditionell starken Kundenkreditgeschäft hat die BFS mit einem Plus von 0,8 Prozent auf 5.457 Mio. € zuletzt eine leichte Steigerung erzielt. Neuzusagen in Höhe von 562,6 Mio. € standen aufgrund des niedrigen Zinsniveaus außerplanmäßige Tilgungen im großen Umfang gegenüber. Dass die Kundennachfrage nach Krediten und anderen Finanzierungsmöglichkeiten in den nächsten Jahren noch zunehmen werde, dafür sorge u. a. der anhaltende Konsolidierungs- und Konzentrationsprozess in der Gesundheitsbranche. Für das Geschäftsjahr 2017 und die Folgejahre rechnet die BFS mit  einer Konsolidierung ihrer Entwicklung. Durch ihre Fokussierung auf institutionelle Kunden bleibe die Bank im Vergleich zu anderen Häusern gut aufgestellt.
Investiert hat die Bank zuletzt in einen Neubau ihrer Kölner Zentrale. Seit März befindet sich der Firmensitz der BFS am Konrad-Adenauer-Ufer. Der direkt gegenüberliegende bisherige Standort in der Wörthstraße wird beibehalten, die beiden weiteren Kölner Standorte der Bank werden bis zum Jahresende 2017 aufgelöst. Der Neubau trägt der gestiegenen Mitarbeiterzahl Rechnung und hilft bei der Vorbereitung der geplanten Expansion.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
11.04.2017
Autor/in 
Anja U. Kraus
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