After Brexit
Acht Städte buhlen um EBA

Sieben europäische Städte konkurrieren mit Frankfurt am Main um den zukünftigen Standort der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA, die im Gefolge des Brexit 2019 London verlassen muss. Nach Angaben des Rats der Europäischen Union gehören dazu Brüssel (Belgien), Dublin (Irland), Paris (Frankreich), Prag (Tschechische Republik), Luxemburg (Luxemburg), Wien (Österreich) und Warschau (Polen). Die soll eine wirksame und einheitliche Regulierung und Beaufsichtigung des gesamten europäischen Bankensektors gewährleisten. Sie hat u. a. die Aufgabe, die Risiken und Schwachstellen im EU-Bankensektor durch regelmäßige Risikobewertungsberichte und unionsweite Stresstests zu bewerten. Beurteilungskriterien sind u.a. Garantien dafür, dass die Agentur betriebsbereit ist, wenn das Vereinigte Königreich die EU verlässt, die Erreichbarkeit des Ortes, Schulen für die Kinder des Personals, Zugang zum Arbeitsmarkt und zur Gesundheitsversorgung für die Familienangehörigen der Mitarbeiter, die Geschäftsfortführung im Krisenfall und geografische Verteilung. Die EU-Kommission wird bis zum 30. September 2017 eine Bewertung der Bewerbungen veröffentlichen. Der Beschluss wird dann im November 2017 von den 27 Ministern nach einer Abstimmung gefasst.

Frankfurt Main Finance begrüßte die Bewerbung des Bundesministeriums der Finanzen um den Sitz der EBA in Frankfurt. „Schon heute ist Frankfurt das Zuhause von drei der fünf Säulen der Europäischen Finanzaufsicht. Die EBA nach Frankfurt zu holen, wäre der nächste logische Schritt und wurde schon vor vielen Jahren von den europäischen Abgeordneten unterstützt“, sagt Hubertus Väth, Geschäftsführer von Frankfurt Main Finance. Der Finanzplatz Frankfurt liegt vorn beim Bemühen um Geschäftsverlagerungen aus London nach dem Referendum im Vereinigten Königreich. Etliche Banken haben bereits angekündigt als Reaktion auf den Brexit Geschäft in Frankfurt anzusiedeln oder Geschäftsbereiche auszuweiten: die Silicon Valley Bank, Standard Chartered, Daiwa, Nomura, Sumitomo Mitsui Financial Group, Mizuho Bank, Goldman Sachs, Citibank, JP Morgan und Deutsche Bank. „Die Banken haben mit den Füßen für Frankfurt votiert, nun ist es an Europa, sich für die Finanzmarktstabilität und für Frankfurt zu entscheiden“, sagt Väth. Frankfurt Main Finance erwartet, dass sich 2017 mindestens 12, möglicherweise sogar 20 Banken für Frankfurt entscheiden werden. Geschätzt für seine wirtschaftliche und politische Stabilität, bietet Frankfurt und die Region eine hervorragende Infrastruktur, ein vergleichsweise günstiges und hochwertiges Angebot an modernen Büroflächen, ein großes Potential gut ausgebildeter Arbeitskräfte und eine extrem hohe Lebensqualität. Zudem ist die BaFin ein kompetenter, hilfreicher und konstruktiver Regulator, der weite Teile des Lizenzantrags in englischer Sprache akzeptiert. Bereits heute gibt es am Finanzplatz Frankfurt mehr als 150 ausländische Banken und die Finanzbranche bietet rund 75.000 Menschen Arbeit.

 

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
01.08.2017
Autor/in 
Redaktion die bank
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