Biometrische Verfahren werden immer beliebter
37 % nutzen bereits Zwei-Faktor-Authentifizierung

Nach dem Willen des Gesetzgebers müssen sich Verbraucher bekanntlich ab dem 14. September im Rahmen der Umsetzung der PSD2-Richtlinie auf die starke Authentifizierung bei Online-Zahlungen einstellen. Eine aktuelle Studie bestätigt nun, dass ein großer Teil der Kunden diese Pflicht zu mehr Sicherheit gutheißt: 45 Prozent der Verbraucher befürworten die Einführung der neuen EU-Regelung, ergab eine repräsentative Studie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK). 

Noch müssen sich Online-Shopper zwar an die neuen Verfahren ihrer kartenherausgebenden Banken und Sparkassen gewöhnen, aber 66 Prozent der Befragten sagten aus, dass sichere und geschützte Bezahlverfahren für sie der wichtigste Faktor beim Online-Einkauf seien. Für jeden Zweiten ist ein simples Verfahren wichtig, 36 Prozent aller Kunden und sogar 46 Prozent der unter 30-Jährigen legen größten Wert auf schnelle Verfahren. Jeder zweite Verbraucher ärgert sich, wenn für die Online-Zahlung seine bevorzugte Zahlungsart nicht verfügbar ist. Das kann zum Abbruch des Kaufs führen. 46 Prozent geben an, dass sie es abschreckend finden, wenn sie zu viele Informationen eingeben müssen, 40 Prozent sagen zudem, dass sie eine Registrierung als Hindernis empfinden.

Ab September müssen Verbraucher bei der Kartenzahlung im Internet immer zwei Nachweise erbringen, dass sie der rechtmäßige Besitzer der Karte sind. Dabei muss eine Kombination aus Wissen (z. B. PIN), Besitz (z. B. Karte oder Smartphone) oder biometrische Eigenschaften (z. B. Fingerabdruck oder Gesichtserkennung) verwendet werden, und die Faktoren müssen aus zwei unterschiedlichen Kategorien stammen. Die Banken stellen den Karteninhabern hierfür neue Authentifizierungslösungen zur Verfügung, die u. a. auch biometrische Identifikationsverfahren wie Fingerabdruck oder Gesichtserkennung unterstützen. „Für die Verbraucher bringt das spürbare Veränderungen mit sich, auf die sie sich schnellstmöglich einstellen sollten. Vor allem sollten sie nicht versäumen, ihre Debit- und Kreditkarten bei ihrer Bank oder Sparkasse für die neuen Verfahren zu registrieren, damit sie auch nach dem Stichtag am 14. September überall problemlos mit Karte zahlen können“, rät Peter Bakenecker von Mastercard. 

Die Banken setzen die neuen gesetzlichen Vorgaben in der Regel über das sogenannte EMV 3-D Secure-Verfahren um, das für die neuen regulatorischen Anforderungen optimiert wurde. Die Debit- und Kreditkarten müssen nur einmalig für das neue Sicherheitsverfahren freigeschaltet werden. Die Kartenherausgeber setzen dabei auf moderne Technologien wie bspw. das Mastercard Identity Check-Verfahren, um die Identität bei jeder Online-Transaktion zuverlässig zu verifizieren. Beim Bezahlen mit dem Smartphone greift die doppelte Absicherung schon heute. Die Kartendaten sind bspw. in Apps bereits hinterlegt, und zur Bestätigung der Identität reichen der Besitz des Geräts und das notwendige Entsperren des Handys aus. Nur mit dem Gerät bzw. nur mit Passwort oder PIN kann also kein Unbefugter Zahlungen auslösen. 

Bei zahlreichen Anwendungen können Nutzer bereits auf Wunsch einen weiteren Sicherheitsfaktor hinzufügen, um ihre Daten optimal zu schützen. In den vergangenen zwölf Monaten haben 37 Prozent der Befragten bei mindestens einer Anwendung die Zwei-Faktor-Authentifizierung genutzt. Während fast jeder zweite Befragte am liebsten eine PIN zur zusätzlichen Authentifizierung eingeben würde, setzen auch viele Verbraucher auf biometrische Verfahren. Für 30 Prozent ist der Fingerabdruck bereits die bevorzugte Methode zum Identitätsnachweis, 7 Prozent der Verbraucher ziehen die Gesichtserkennung vor. Je nach Altersgruppe zeigen sich dabei unterschiedliche Vorlieben. Die über 40-Jährigen bevorzugen die PIN, die unter 30-Jährigen weisen sich am liebsten mit dem Fingerabdruck aus. 

„Wir gehen davon aus, dass mit der Zwei-Faktor-Authentifizierung vor allem biometrische Authentifizierungsverfahren an Bedeutung gewinnen werden“, sagt Bakenecker. Insbesondere Einkäufe mit mobilen Endgeräten könnten so sicher und bequem mit nur einem Klick abgeschlossen werden. (kra)

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Artikel veröffentlicht am:
25.07.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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