Online-Ausweisfunktion
2,2 Mio. Nutzer scheinen realistisch

„Mehr Digitalisierung“ lautet allerorten die Devise, das gilt auch für Verwaltungsvorgänge. Für Bürger und Unternehmer sollen dabei bequem und nutzerfreundlich sichere Identifizierungsmittel bereitstehen. Dann müsste beispielsweise der digitale Vorgang einer Online-Kontoeröffnung nicht mehr mit dem Weg in die Postfiliale oder dem Herumwedeln mit dem Pass vor einer Webcam fortgesetzt werden.

Als zeitgemäßes Identifizierungsmittel betrachtet die Bundesregierung u. a. die Online-Ausweisfunktion des Personalausweises. Mit der Online-Ausweisfunktion des Personalausweises (bzw. des elektronischen Aufenthaltstitels) kann ein Nutzer seine Identität im Internet oder an Automaten sicher und zweifelsfrei belegen – und ebenso die Identität seines Gegenübers verifizieren. 

Zur Nutzung der Auslesefunktion ist ein kleines Anwendungsprogramm auf dem Computer, dem Smartphone oder Tablet notwendig, z. B. die Ausweis-App2. Das Auslesen des Online-Ausweis-Chips und die gesicherte Übertragen der Daten erfolgt kontaktlos über Near Field Communication, was den Nutzerkreis bislang auf die User von Android-Smartphones beschränkte. Bald soll der Service aber auch für Apples Geräte möglich sein: Der amerikanische Hersteller hat im Rahmen seiner jüngsten Entwicklerkonferenz angekündigt, endlich seine NFC-Schnittstelle öffnen zu wollen, voraussichtlich mit dem neuen Betriebssystem iOS 13 ab Herbst. 

Damit könnte die Zahl der Nutzer der eID-Funktion weiter steigen. Die Bundesregierung geht in ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion davon aus, dass ihre Zahl aktuell (Stand April 2019) bei 2,2 Millionen liegt – so oft jedenfalls wurde bislang die AusweisApp2 heruntergeladen. Pro Monat würden 40.000 Downloads der stationären und 12.000 Downloads der mobilen Android-Version der AusweisApp durchgeführt. Es gibt zwar weitere private Software-Anbieter für die Online-Ausweisfunktion, aber deren Zahlen liegen der Regierung nicht vor. Die Online-Ausweisfunktion wurde seit dem Jahr 2010 insgesamt 25,18 Millionen Mal aktiviert, und weitere mehr als 25 Millionen Inhaber neuer Ausweise könnten die Online-Ausweisfunktion nachträglich in ihrem Bürgeramt freischalten lassen. Damit sind bereits etwa 80 Prozent des Gesamtbestands prinzipiell für den Online-Dienst nutzbar.  

Die FDP hält den Wettbewerb verschiedener privater eID-Anbieter für essenziell, denn die eIDAS-Verordnung (europäische Verordnung über elektronische Identifizierung und Vertrauensdienste) sehe vor, dass Deutschland eID-Lösungen aus anderen EU-Mitgliedstaaten gleichfalls zulassen müsse. Zur Wettbewerbsfähigkeit und um deutschen Unternehmen nicht den Marktzugang zu verwehren, sollte die Bundesrepublik nach Ansicht der Fragesteller private Anbieter von eID-Lösungen im eGovernment-Bereich zulassen.

Die Bundesregierung sei mit zahlreichen privaten Anbietern von ID-Systemen im Gespräch, die Interesse an der Nutzung ihrer Identifizierungssysteme in den Nutzerkonten der Verwaltung haben, heißt es in der Antwort weiterhin. Bund und Länder hätten sich im IT-Planungsrat verständigt, auf Grundlage einer Empfehlung des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) über den Einsatz weiterer Identifizierungsmittel im nationalen E-Government zu entscheiden. Diese Prüfung sei erforderlich, um festzustellen, ob das jeweilige Identifizierungsmittel allen Vorgaben entspreche und rechtlichen und sicherheitstechnischen Vorgaben einhalte. Abstrakte Gründe, die grundsätzlich gegen bzw. für die Notifizierung privater Anbieter sprechen, bestünden nicht. (kra) 

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Artikel veröffentlicht am:
18.06.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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