Filialabbau
20 Prozent weniger Banken bis 2025

Das Tempo der Filialschließungen bei deutschen Banken und Sparkassen wird sich in den nächsten zehn Jahren noch einmal deutlich beschleunigen. Die befragten Entscheider in Sparkassen und Genossenschaftsbanken erwarten einen Rückgang der Filialen um 28 Prozent, die in den Geschäftsbanken um 26 Prozent und in den Direktbanken sogar 36 Prozent gegenüber dem Stand von heute. Damit ist der vorsichtige Optimismus verflogen, der noch vor zwei Jahren den Markt beherrschte. Damals glaubten noch 26 Prozent der Entscheider zumindest an eine stagnierende Anzahl von Filialen bis zum Jahr 2020, 7 Prozent sahen sogar ein moderates Wachstum voraus. „Damit bestätigen die Entscheider jetzt, was wir schon länger erwarten, nämlich einen Rückgang der Filialen bis zum Jahr 2025 auf nur noch rund 20.000.“, sagt Oliver Mihm. Seine auf den Finanzmarkt spezialisierte Managementberatung Investors Marketing hat alle genannten Zahlen im Rahmen ihrer IM-Trendstudie 2017 erhoben.

Einigkeit herrscht auch über die Gründe für den beschleunigten Rückgang. Insbesondere die Regionalbanken müssen massiv Kosten sparen, um die stark rückläufigen Zinsüberschüsse auszugleichen und gleichzeitig die digitalen Kanäle auszubauen. Bei rund 80 Prozent der befragten Häuser haben Maßnahmen wie der Filialumbau und der Ausbau der medialen Kanäle Priorität. „Dabei geht es nicht nur um den Ausbau des Online-Bankings“, sagt IM-Vorstandschef Mihm. „Die Institute müssen ihr Geschäftsmodell grundlegend neu gestalten, um den veränderten Anforderungen der Kunden gerecht zu werden.“ Auch die Zahl der Banken werde in den nächsten Jahren weiter zurückgehen. Die befragen Führungskräfte der Sparkassen gehen davon aus, dass die Zahl der Institute um ein Fünftel bis 2025 fallen wird. Nach vorläufigen Zahlen der Deutschen Bundesbank sank die Zahl der Kreditinstitute im Jahr 2016 von 1.960 auf nur noch 1.888. Dies stellt mit fast vier Prozent den größten Rückgang der vergangenen Jahre dar. Die beiden großen Verbünde rechnen für 2017 mit einer steigenden Zahl von Fusionen. Investors Marketing erwartet daher, dass bis 2025 von den derzeit 396 Sparkassen nur noch rund 300 Sparkassen übrigbleiben, von den 972 Genossenschaftsbanken im BVR noch etwa 700 Banken.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
11.05.2017
Quelle(n):

Artikelbild: © artfocus - Fotolia.com

Grafik: Investors Marketing

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Redaktion die bank
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