KI zu gut geworden
Go-Weltmeister gibt als Profispieler auf
 

Die Segel gestrichen: Der südkoreanische Go-Weltmeister Lee Sedol kündigt an, als Profispieler zurückzutreten. Der Grund: Seinen härtesten Gegner, die KI Alpha Go, könne er auch mit noch so viel Mühe nicht mehr bezwingen.

Der südkoreanische Go-Spieler Lee Sedol hat bisher als einziger Mensch die Künstliche Intelligenz Alpha Go besiegt. Nun aber hat der 36-Jährige laut Medienberichten mitgeteilt, keine professionellen Wettkämpfe mehr bestreiten zu wollen und als Profispieler zurückzutreten. Sedol begründete seinen Schritt im Gespräch mit der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap damit, angesichts der extremen Ausgereiftheit der KI in Go realisiert zu haben, letztlich nicht mehr die Weltspitze zu sein. Selbst als Nummer eins der Welt könne er die Maschine mit noch so viel Anstrengung nicht mehr besiegen. Der 18-fache Go-Weltmeister Sedol hatte im Jahr 2016 eine von insgesamt fünf Runden gegen die Software gewonnen. In den anderen vier Partien wurde er von der KI regelrecht demontiert.

Lee räumte den Berichten zufolge zudem ein, dass eine Auseinandersetzung über Mitgliedschaftsgebühren mit dem südkoreanischen Go-Verband KBA zu seiner Rücktrittsentscheidung beigetragen habe. Der Spieler hatte demnach den Verband auf Rückerstattung seiner Gebühren verklagt und verließ die Organisation 2016. Doch so ganz will der Südkoreaner von seinem Kampf gegen die Maschine noch nicht lassen: Im Dezember 2019 will Lee gegen die von NHN Entertainment entwickelte Go-KI Handol, die bereits die fünf besten südkoreanischen Spieler bezwang, mehrere Partien bestreiten. Dabei soll Sedol einen Vorteil von zwei Steinen erhalten. Er geht dennoch davon aus, das erste Spiel zu verlieren.

Bei Go handelt es sich um eines der ältesten strategischen Brettspiele der Welt. Es  stammt aus dem alten China und ist für zwei Gegenspieler konzipiert. Im Laufe der Geschichte fand Go vor allem im ostasiatischen Raum in Ländern wie Korea, Japan und Taiwan Verbreitung. Lange Zeit galt es undenkbar, dass eine Maschine je in der Lage sein werde, Go zu spielen. Mit Alpha Go wurden die Skeptiker eines Besseren belehrt. Das Computerprogramm spielt ausschließlich Go und trat auch unter den Pseudonymen Master(P) und Magister(P) auf. Entwickelt wurde es von DeepMind, einer Firma, die auf die Programmierung von KI spezialisiert ist. DeepMind wurde im Jahr 2010 gegründet und vier Jahre später von Google übernommen. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
29.11.2019
Quelle(n):

Bildquelle: istock/PhonlamaiPhoto

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