Smartphones als Netzwerkkiller
Der explosionsartige Zuwachs von Datenverkehr durch Smartphones und andere mobile Geräte stellt Netzbetreiber vor enorme Herausforderungen. So verbraucht etwa das Abspielen eines You-Tube-Videos so viel Netzwerkkapazität wie das gleichzeitige Senden von 500.000 SMS, rechnen Experten von Nokia Siemens Networks vor: Aber auch Instant-Messaging- und Chat-Applikationen könnten das Netz zum Absturz bringen
Im Prinzip lasse sich kaum vorhersagen, wer sich wann wo ins mobile Internet einlogge. Zudem seien die Handy-Netze ursprünglich nur für die Verfügbarkeit klassischer Telefonie-Services wie Gespräche und SMS ausgelegt worden. Im Jahr 2009 überstiegen mobile Breitband-Geräte mit weltweit über 600 Mio Stück erstmals die Anzahl der fixen Anschlüsse. Dass der aktuelle Smartphone-Boom mit rund 55 Mio verkauften Geräten im ersten Quartal 2010 nicht ohne Auswirkungen auf die Netzbetreiber bleiben dürfte, läge ebenfalls auf der Hand, erklärt man bei Nokia Siemens Networks. Der Always-on-Charakter vieler webbasierter Dienste erweist sich durch den im Hintergrund stattfindenden Signalverkehr bei Smartphones zudem nicht nur als Netzwerkbremse, sondern auch als Akkukiller. Mithilfe entsprechender Software-Lösungen können solche unnötigen Signalübertragungen von der Netzwerkseite her jedoch reduziert werden.

