Artikelaktionen
Werbung wird dreidimensional

Plakate mit Tiefenwirkung

Künftig lässt sich mit 3-D-Plakaten werben, die sich durch eine bislang unerreichte Raumwirkung auszeichnen. Eine spezielle Brille muss der Betrachter dabei nicht mehr aufsetzen. Geht er auf die Plakattafel zu, ändert sich die Bildansicht mit jedem Schritt und passt sich an den Blickwinkel an. Beim Vorbeiflanieren ist die Wahrnehmung so, als ginge man real am dargestellten Objekt vorbei.

Entwickelt wurden die 3-D-Plakate von Forschern am Fraunhofer- Institut für Physikalische Messtechnik IPM in Freiburg gemeinsam mit der Universität Kiel und einem privaten Unternehmen. Technisch gesehen funktionieren die Displays ähnlich wie die Wackelbilder, die man von Postkarten oder Bucheinbänden kennt: Nur statt der Rillenfolie, die auf dem Bild klebt, wird ein Linsenarray verwendet, das aus 250.000 Einzellinsen mit einem Durchmesser von jeweils zwei Millimetern besteht. Dabei entsteht hinter jeder Linse ein winziges, sehr hochauflösendes Bild. Dadurch wird ein über 1000-mal größeres Spektrum an Betrachtungswinkeln abgedeckt als bei herkömmlichen Wackelbildern. Doch während sich die Wackelbilder nur aus einem Abstand von einer Armlänge gut betrachten lassen, sind die neuartigen Displays auch von der anderen Straßenseite deutlich zu sehen. Das liegt an der größeren Genauigkeit: Eine spezielle Software modifiziert die digitalen Bilddaten so, dass die Linsen das entstehende Bild nicht verzerren. Auf Basis des dreidimensionalen Modells des Gesamtmotivs berechnet das Programm für jede der 250.000 Einzellinsen ein Abbild des kompletten Motivs. So gibt später jede Linse eine Perspektive des Gesamtmotivs wieder, die gegenüber ihrer Nachbarin geringfügig verschoben ist. Das Display liefert für insgesamt 30.000 unterschiedliche Betrachtungswinkel jeweils eine eigenständige Ansicht der Szene - daher sieht der Betrachter ein Bild, das sich kontinuierlich mit dem Blickwinkel ändert. Abgebildete Säulen zum Beispiel erscheinen beim Vorbeiflanieren so, als ginge man real an ihnen vorbei. Insgesamt wird für einen Quadratmeter Display eine Datenmenge belichtet, die mehr als einem abendfüllenden Spielfilm entspricht. Einen Prototypen in DIN-A0-Größe gibt es bereits. Im Laufe des nächsten Jahres könnten die ersten 3-D-Werbeplakate im industriellen Maßstab entstehen. Sie sollen etwa eine Fläche von drei bis fünf Metern einnehmen und vorzugsweise bei Flughafen- und Bahnhofswerbung zum Einsatz kommen.

Der Artikel ist erschienen in der Ausgabe 08/2010
IT & Kommunikation Trends
Auf der Suche nach dem Online-Ich
»
Ego-Googeln voll im Trend
Online Banking fest etabliert
»
Weibliche Dominanz
Goldenes Zeitalter für WLAN-Hotspots
»
Entlastung für Breitbandnetze
Banken wollen Social Media ausbauen
»
Beachtlicher Imagefaktor
Anzeige
Stichwort
  • »Cyber-Kriminalität: Gefahrenzone World Wide Web: Viren-Autoren und Spam-Urheber agieren mit enormer krimineller Energie, so der Sicherheitsspezialist Message Labs in seinem Security Report für das Jahr 2009. Der Bericht zeigt, dass Botnets zwar Rückschläge erlitten, doch durch Überlebenskünstler-Qualitäten leider wieder schnell auf die Beine gekommen sind.
Buchtipp (IT)