Neue Wege gehen
Wie Millennials die Finanzwelt verändern
 

Millennials sind als Digital Natives mit dem Internet und den sozialen Medien aufgewachsen. Sie wissen, wie wertvoll ihre Daten sind und möchten diese umfassend schützen. Was sollten Banken beachten, damit sie diese Kundengruppe überzeugen und halten können?

Die größte lebende Generation auf dieser Welt hat eigene Wünsche, Ängste und Vorstellungen, wie ihre Finanzdaten gehandhabt werden sollen. Dabei scheuen sie auch nicht vor neuen technologischen Möglichkeiten zurück. Die bewährten Möglichkeiten der Banken und Finanzinstitute reichen für die sogenannten Millennials nicht aus. Neue Maßnahmen müssen getroffen werden. Was sollten die Institute und Banken beachten und auch ändern, damit sie diese Kundengruppe überzeugen und halten können? 

Millennials sind Ende der 1990er-Jahre geborene Menschen und stehen kurz vor dem Eintritt in das Berufsleben. Finanzinstitute werden mit dieser Generation immer häufiger in Kontakt treten und müssen diese von sich überzeugen. Eine so große Menge an potenziellen Neukunden kann das Geschäftswachstum stark antreiben. Doch was unterscheidet diese Generation von denen davor?

Millennials kennzeichnet eine hohe digitale Affinität, nicht umsonst werden sie auch Digital Natives bezeichnet. Sie sind mit dem Internet und den sozialen Medien, wie Facebook, Instagram und Co. aufgewachsen und haben auch die damit verbundenen Risiken von Anfang an kennengelernt. In Zeiten, in denen große Datenlecks oder Hackerattacken fast alltäglich geworden sind, wissen sie, wie wertvoll ihre Daten sind, und möchten diese umfassend schützen. Doch Schutz reicht nicht aus. Die Millennials sind auch absolute Kenner der aktuellen technischen Möglichkeiten, kurzum sie wissen was möglich ist.

Bedenken bezüglich der eigenen Finanzdaten

Die Bedenken bezüglich der eigenen Finanzdaten sind allgemein groß, das zeigen die Ergebnisse des Unisys Security Index. Weltweit gaben 65 Prozent der Befragten Identitätsdiebstahl und 64 Prozent Bankkarten-Datenmissbrauch als größte Sorge an. Im Vergleich zu älteren Generationen sind die Millennials bezüglich ihrer persönlichen Daten noch mehr besorgt. Doch wer denkt, dass damit technische Einschränkungen, Verzichte auf Möglichkeiten oder veränderte Verhaltensmuster einhergehen, irrt. 

Mobiles Banking wird bei den Millennials großgeschrieben. 75 Prozent der befragten jungen Personen geben an, für viele Transaktionen mobile Apps zu nutzen. Knapp ein Viertel nutzt sogar ausschließlich die mobile Version. Doch viele Millenials würden auch ausgefallenere Möglichkeiten nutzen, wie zum Beispiel die Bezahlung per Smartwatch. Die Analyse belegt, dass gerade für junge Menschen Flexibilität und Modernität elementare Faktoren sind.

Allerdings gibt es auch hier Einschränkungen. Wenn ihre Banktransaktionen über eine Smartwatch laufen würden, stünde die Hälfte der Befragten der Absicherung ihrer Daten skeptisch gegenüber. Das heißt im Umkehrschluss, dass allein die Möglichkeit, Zahlungen per Smartphone oder Smartwatch anzubieten, die Kunden noch lange nicht zu begeisterten Nutzern macht. Sie müssen vollkommen davon überzeugt sein, dass ihre Daten in sicheren Händen sind. Es ist also elementar wichtig, einen guten Mix zwischen Innovation und Schutz zu garantieren. Wie wichtig das ist, beweist die Aussage, dass ein Drittel der Millennials ihr Konto bei der entsprechenden Bank auflösen würde, wenn sie erfahren, dass es dort einen Datenmissbrauch gab. Für den optimalen Schutz bieten die Institute eine ganze Bandbreite an verschiedenen Möglichkeiten an, allen voran die sichere Authentifizierung. 

Transparenz ist ein Muss

Es gibt eine noch viel grundlegendere Maßnahme: Banken und Finanzinstitute müssen ihre Sicherheitsmaßnahmen transparent kommunizieren. Infografiken und verständliche kurze Texte sind dabei viel attraktiver als Broschüren mit langen Textblöcken. Mit übersichtlichen FAQs oder kurzen Erklärvideos lassen sich diese Inhalte kurz und übersichtlich abhandeln. Das hilft dabei, Vertrauen aufzubauen und den Kunden auch gleichzeitig langfristig zu binden. Der Index zeigt nämlich auch, dass Millennials ihrer Bank treu bleiben, wenn sie wissen, wie ihre Daten gesichert werden. Im Schnitt 41 Prozent der Millenials empfehlen diese Bank dann auch Freunden und Verwandten weiter. 

Nicht zuletzt müssen vorbeugende Maßnahmen zur Bekämpfung von Cyber Kriminalität getroffen werden, Risiken müssen antizipiert, erkannt und bekämpft werden. Dabei sind Anwendungen aus dem Bereich Künstlicher Intelligenz und maschinelles Lernen hilfreich. Damit können beispielsweise automatisierte Alarmmeldungen an die Kunden versendet werden, um ihnen mitzuteilen, dass gerade ein unautorisierter Zugriff auf ihre Daten vermieden wurde. Das dämmt die am Anfang erwähnten Sorgen ein.

Fazit

Millennials sind digitale Experten. Für sie wird der Datenschutz immer ein großes Thema bleiben. Trotzdem legen sie viel Wert auf innovative Maßnahmen. Erst wenn die Verbindung zwischen Innovation und Sicherheit geschaffen ist, werden die Millennials ihrer Bank vertrauen.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
25.10.2018
Quelle(n):

Dr. Uwe Heckert ist Geschäftsführer bei der Unisys Deutschland GmbH. 

Bildquelle: shironosov | iStockphoto.com

Autor/in 
Uwe Heckert
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