Digitale Preisstrategien unter PSD II
Wie Banken die API monetarisieren können
 

Viele Banken sind den regulatorisch erforderlichen Veränderungen durch PSD II nachgegangen, das „Pflichtenheft“ ist an vielen Stellen in Umsetzung bzw. bereits umgesetzt. Das Thema wird jedoch bisweilen nur als Pflicht und weniger als strategische Chance gesehen. Dabei bringt die disruptive Verpflichtung, Kontodaten über standardisierte Schnittstellen (API) für Drittanbieter zu öffnen, auch neue Monetarisierungspotenziale mit sich.

Mithilfe von Application Programming Interfaces (API) kann der Datenschatz einer Bank – in Form der Transaktionsdaten von Konten und sowie deren Bezahlfunktion – angezapft werden, sofern der Endkunde zustimmt. APIs erhöhen damit den Wettbewerb im Bereich von (individualisierten) B2C-Angeboten und verlangen geradezu nach digitalen Preismodelle, bringen aber auch den Effekt von zweiteiligen Märkten.

Das Phänomen der zweiteiligen Märkte könnte Banken dabei helfen, neue Einnahmequellen zu erschließen.Zweiteilige Märkte durch PlattformenGelingt es einer Plattform, viele aktive Kunden anzuziehen, entsteht hierdurch ein zweiteiliger Markt. Zum einen ein B2C-Markt, bei dem Endkunden die Angebote der Plattform nutzen, zum anderen ein B2BMarkt, bei dem Anbieter den Zugang zur Plattform erhalten können.

Beispiele hierfür sind die Plattformen von Google sowie des Fahrtenvermittlers Uber. Die Gratisangebote von Google wie „Suche“, „Maps“ und „Mail“ werden von Milliarden Endkunden genutzt. Theoretisch könnte Google längst für den Zugang zur Suchmaschine, die Berechnung und Visualisierung von Navigationsrouten mit Echtzeit-Verkehrsdaten sowie den Mailservice Geld verlangen.

Die Monetarisierung erfolgt aber nicht auf der B2C-, sondern auf der B2B-Seite des zweiteiligen Markts. Denn durch die hohe Zahl der Nutzer können Kleinanzeigen in der Suchmaschine und im Mailprogramm sowie Hinweise auf Anbieter in den Kartendaten stark monetarisiert werden.Beim Fahrtenvermittler Uber ist das Geschäftsmodell eher auf der B2C-Seite. Die Endkunden bezahlen für die vermittelte Fahrt. Allerdings sind mittlerweile so viele Fahrer bei Uber registriert, dass es für Unternehmen attraktiv ist, auch auf der B2B-Seite der Plattform aktiv zu werden. Beispielsweise werden Uber-Fahrern von den Automobilherstellern besondere Angebote zu Leasing und Service gemacht. Uber kann demnach auch den Zugang zum Fahrer-Pool monetarisieren. 

In zweiteiligen Märkten kann nun ein Abhängigkeitsverhältnis zwischen der Monetarisierung auf Endkundenseite (B2C) und der Monetarisierung auf Drittanbieterseite (B2B) bestehen. Man könnte sogar von einem „Monetarisierungs-Dilemma“ sprechen.(…) 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
10.09.2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©justinkendra | istockphoto.com
Autor/in 
Sonia Fischer-King, Benjamin Wellstein
Dr. Benjamin Wellstein ist Director bei Simon-Kucher & Partners in Bonn. Sonia Fischer-King ist Director bei Simon-Kucher & Partners in Wien.
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