Freiheit beim Zahlen
Wie ApplePay, WeChat und Co. das Bankensystem bedrohen
 

Neulich bei einem Rugbyspiel in Malaysia: Ein Zuschauer kauft Satay-Spieße an einem Stand. Den günstigen Snack muss er nicht etwa bar bezahlen, die Kosten von rund 1 € begleicht er mit Grab – für diese Smartphone-App besitzt der Grillmeister den passenden QR-Code. Immer mehr Unternehmen bieten weltweit derartige elektronische Zahlungsdienste an. Sowohl im stationären Handel als auch in Onlineshops können Kunden den Kaufpreis einfach per Handy oder Mausklick entrichten.

Techkonzerne wie Apple und Tencent oder der britische Geldüberweisungsdienst TransferWise entwickeln ständig neue Geschäftsmodelle rund um das Bezahlen, die den Konsumenten das Einkaufen erleichtern. Entsprechend begeistert zeigen sich die Verbraucher von den praktischen und preiswerten E-Wallets.

Die große Beliebtheit der innovativen Zahlungsmittel birgt jedoch ernsthafte Gefahren für die traditionellen Finanzinstitute, die derzeit Transaktionen mit Bargeld, Kredit- und EC-Karten oder Überweisungen managen. Die wachsende Konkurrenz durch digitale Zahlungssysteme dürfte ihre ohnehin schon sinkende Profitabilität weiter bedrohen.

Laut einer Prognose des globalen Zahlungsdienstleisters Worldpay werden schon im Jahr 2022 weltweit fast die Hälfte aller E-Commerce-Transaktionen und mehr als ein Viertel der Zahlungen in Geschäften digital abgewickelt – zulasten von Cash, Karten und Schecks. ÿ 1 Speziell in Asien sind die neuartigen Bezahlmethoden beliebt. In den sich rasant entwickelnden Nationen – allen voran China – haben die Konsumenten die Phase der Kreditkarten einfach übersprungen. Dort wird die E-Wallet in drei Jahren das Bargeld als meistgenutztes Zahlungsmittel ablösen.

Konkurrenz durch Gratisdienste

Besonders heikel für die Banken ist, dass digitale Zahlungen nicht nur den prinzipiell lukrativen Zeitverzug bei der Abwicklung von Transaktionen beseitigen. Auch bieten die E-Wallet-Betreiber ihren Service häufig kostenlos an. So offeriert etwa Grab den Bezahldienst für Käufer wie Händler gratis.

Statt an der Abwicklung der Finanztransaktion verdient das Unternehmen aus Singapur an der schnellen Vermittlung von Kundenkontakten und entwickelt aus den erhobenen Daten zusätzliche Services. Bei Grab finden die Kunden auch Lieferdienste, Hotel- und Reisebuchungen, Veranstaltungstickets und Videostreaming.

Die Zahlungs-App Go-Jek aus Indonesien ist als Zusatzgeschäft entstanden. Sie ergänzt den gleichnamigen Dienst, der Motorradtaxis, Paketauslieferungen, Umzüge oder Wäschereien vermittelt. In Indien können die Abonnenten von Truecaller, eigentlich spezialisiert auf das Enttarnen von Eindringlingen oder unerwünschten Roboteranrufern, jetzt auch mobile Zahlungsdienste nutzen.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
10.12.2019
Erschienen in Ausgabe:
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Quelle(n):

Bildquelle: iStock.com/Rostislav_Sedlacek

Autor/in 
Imeyen Ebong, Ingolf Zies
Dr. Imeyen Ebong ist Partner bei der Unternehmensberatung Bain & Company in München und Leiter der Praxisgruppe Organisation. Er unterstützt Unternehmen u. a. im Finanzdienstleistungssektor in Fragen der Organisationsentwicklung sowie des Change-Managements.

Ingolf Zies ist Partner bei Bain & Company in München und leitet die Praxisgruppe IT im deutschsprachigen Raum. Er ist Experte für große Restrukturierungs- und Transformationsprozesse, Geschäftsmodellneuausrichtungen, Set-ups von Bad Banks und Post-Merger-Integrationen.
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