Studie der Stiftung Warentest zum Basiskonto
Wer arm ist, muss deutlich mehr zahlen

Seit Mitte Juni 2016 haben Wohnungslose, Sozialhilfeempfänger, anerkannte Asylbewerber und Flüchtlinge in Deutschland einen Anspruch auf ein Basiskonto. Doch den sozial Schwachen kommt das Basiskonto offenbar teuer zu stehen: „Wer arm ist und kein regelmäßiges Einkommen hat, zahlt für ein Girokonto meist viel mehr als Gehalts- und Rentenempfänger. Bei den teuersten Banken kostet die Kontoführung in der Filiale für den Modellkunden rund 250 Euro im Jahr“, berichtete die Stiftung Warentest am Montag in Berlin. Die Verbraucherorganisation hatte die Jahrespreise für Basis­konten bei 124 Banken untersucht.

Teurer seien die Konten, weil vor allem die Kosten für den monatlichen Grund­preis oder die Über­weisung per Papier gestiegen seien. Bei manchen Banken hätten sich sogar beide Posten verteuert. Die PSD Koblenz etwa habe den monatlichen Grund­preis von 0 Euro auf 3,95 Euro erhöht und den Preis pro Papier­über­weisung von 1,50 Euro auf 3 Euro verdoppelt. „Wir errechnen einen Jahres­preis von 156,90 Euro“, so die Stiftung. Dabei solle das Basis­konto die Teil­nahme am bargeldlosen Zahlungs­verkehr ermöglichen. Allerdings gebe es immerhin 47 Banken, bei denen zahlungs­schwache Kunden weniger als 100 Euro pro Jahr zahlen würden, hieß es.

Das teuerste Basis­konto im Test habe die Salz­land­sparkasse, dicht gefolgt von der Targo­bank. Bei beiden Institute koste das Modell­konto rund 250 Euro pro Jahr. Bei der Targo­bank seien das knapp 90 Euro mehr als in der Vorgänger­unter­suchung im Jahr 2017. Banken begründeten den hohen Preis meist mit einem Mehr­aufwand für Beratung im Vergleich zum herkömm­lichen Girokonto. Frank Christian Pauli vom Verbraucherzentrale Bundes­verband erklärte hierzu: „Es ist unklar, welches Entgelt für ein Basis­konto angemessen ist.“ Eine verbindlichere gesetzliche Definition sei notwendig, um den Erfolg des Basis­kontos zu sichern. (ud)

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
11.11.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
Weitere Artikel 
Webkiosk 

Die Zeitschrift

Ausgabe 10/2019

Jetzt online lesen »

 

 

Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv