G20-Frühjahrstreffen mit guten Prognosen
Weltwirtschaftslage im Fokus

Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer (G20) und der Internationale Währungsfonds (IWf) sehen angesichts ihrer bevorstehenden Frühjahrstagung eine bessere weltwirtschaftliche Entwicklung. Dies hätte nach Angaben von Ingo Mainert (Foto), Chef-Anlagestratege bei Allianz Globale Investors GmbH, Mitte März noch anders ausgesehen: Denn an den Finanzmärkten gab es einiges an Unsicherheit in Bezug auf den Vertreter der neuen US-Regierung. Es sei daher nicht überraschend gewesen, dass es kein starkes Bekenntnis der G20 mehr zur Globalisierung  und zum weltweiten Freihandel gab, kommentiert Mainert. Die zuletzt getätigten Äußerungen der US-Regierung hinsichtlich der Bereitschaft zur internationalen Kooperation seien nun konzilianter geworden. Zudem ließen Statements einiger Gipfelteilnehmer darauf schließen, dass die Bedeutung der G20 als internationales Diskussionsforum mittlerweile deutlich höher eingeschätzt wird als noch in der Vergangenheit. „Die Stunde für mehr Kooperation scheint (wieder) gekommen“, betont der Chef-Anlagestratege. Vom bevorstehenden Treffen der G20 Finanzminister und Notenbankchefs schiene demnach kein großes Enttäuschungspotenzial für die Finanzmärkte auszugehen.

Aufgrund der positiven Weltwirtschaftsentwicklung will Deutschland als G20-Präsidentschaft darüber hinaus nun strukturelle Schritte zur weiteren Wirtschaftsstärkung einfordern, wie es aus Berliner Regierungskreisen heißt. Es sei jetzt ein guter Zeitpunkt gegeben, die vom deutschen G20-Vorsitz vorangebrachten Prinzipien zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der einzelnen Volkswirtschaften auch umzusetzen. Und nicht in diesem besseren wirtschaftlichen Umfeld etwa weitere Diskussionen über makroökonomische Stimuli zu führen. Daher wird auf der kommenden G20-Frühjahrstagung die Lage der Weltwirtschaft im Vordergrund stehen.

Wie das Finanzministerium weiterhin betont, werde es auf der Tagung zudem zu Diskussionen um den deutschen Handelsüberschuss kommen. Forderungen diesen Leistungsüberschuss abzubauen, seien allerdings nicht neu und Deutschland verfüge über gute Argumente dafür. Zudem hätten die USA in einem jüngsten Bericht ausdrücklich Nachholbedarf an Reformen in einigen südeuropäischen Ländern angemahnt, um eine Unterbewertung des Euros zu beheben. Deutschland sieht dies neben der hohen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Produkte als einen Faktor hinter dem hohen Überschuss.

 

 

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
19.04.2017
Quelle(n):
Bildquelle: Allianz Global Investors GmbH
Autor/in 
Redaktion die bank
Weitere interessante Artikel 
Artikel abonnieren 
die bank | Newsfeed
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv