Gremienevaluierung nach KWG
Vom staubigen Papiertiger zum modernen Online-Ansatz
 

Bei der Evaluierung der Aufsichtstätigkeit nach dem Kreditwesengesetz (KWG) handelt es sich um mehr als nur eine Pflichtübung. Bei richtiger Ausgestaltung hilft sie, Fehlentwicklungen vorzubeugen und die Gremienarbeit systematisch zu verbessern bzw. deren Effektivität zu erhöhen. Entscheidend dabei ist, nicht nur formale Anforderungen zu analysieren, sondern die Evaluierung der aktuellen Gremienprozesse so zu nutzen, dass sich echte Verbesserungsmöglichkeiten eröffnen.

Die regelmäßige Evaluierung der Arbeit von Aufsichts- und Verwaltungsräten gehört heute zum Status quo guter Corporate Governance in Deutschland – auch, weil entsprechende regulatorische Vorgaben hier wesentliche Impulse gesetzt haben. Der Deutsche Corporate Governance Kodex (DCGK) fordert in Ziffer 5.6 eine Effizienzprüfung der Arbeit von Aufsichtsräten. Bei Banken und Finanzdienstleistern muss die Gremienevaluation zudem seit der Umsetzung der EU-Richtlinie CRD IV in deutsches Recht sowie der geltenden Neufassung des § 25d KWG aus dem Jahr 2014 verpflichtend durchgeführt werden.

Es offenbaren sich eine Reihe von Schwächen

Die Evaluierung der Gremienarbeit hat sich grundsätzlich als ein wirksames Instrument zur Reflektion der internen Prozesse im Rahmen der Corporate Governance erwiesen. Betrachtet man jedoch die Vorgehensweisen und inhaltlichen Schwerpunkte in durchgeführten Gremienevaluierungen, offenbaren sich eine Reihe von Schwächen. So wird die Evaluierung in Aufsichts- und Verwaltungsräten häufig noch kritisch beäugt. Es dominiert die Perspektive einer lästigen Überprüfung der persönlichen Eignung. Die Chance für eine wirksame Verbesserung der Gremienarbeit wird hingegen oft nicht gesehen.

Da zudem keine konkreten gesetzlichen Vorgaben zur Ausgestaltung und Durchführung bestehen, erfolgt vielerorts die interne Prüfung der Einhaltung regulatorischer Vorgaben mittels simpler Tick-the-Box-Methodik. Hierbei liegt der Schwerpunkt ausschließlich auf dem Abhaken formaler Aspekte der Gremienarbeit. Dieses Vorgehen erfüllt in der Regel das geforderte gesetzliche Mindestmaß. Es ist jedoch zu hinterfragen, ob allein dadurch die Gremienarbeit wesentlich verbessert werden kann. Wissenschaftliche Untersuchungen haben bereits vielfach aufgezeigt, dass meist andere Faktoren entscheidend sind.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
17.12.2018
Erschienen in Ausgabe:
10/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Nikada | istockphoto.com
Autor/in 
Lukas Berger, Regine Siepmann und Michael Wolff
Lukas Berger ist Senior Consultant beim European Center for Board Efficiency (ECBE). Regine Siepmann ist Partnerin der hkp/// group im Bereich Board Services. Dr. Michael Wolff, Professor für Management und Controlling an der Universität Göttingen und Gesellschafter des European Center  for Board Efficiency (ECBE).
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