Compliance Fachtagung
Viele Fragen am ersten Tag von goAML
 

Meldungen über Geldwäsche-Verdachtsfälle müssen seit dem 1. Februar grundsätzlich elektronisch an die Financial Intelligence Unit (FIU) bei der Generalzolldirektion übermittelt werden. Die nationale Zentralstelle für Finanztransaktionsuntersuchungen akzeptiert im Regelfall nur noch Meldungen, die über das dafür geschaffene Webportal goAML eingehen.

Die goAML-Software greift auf international vereinbarte Standards und Schnittstellen für den Datenaustausch zurück. Die Verdachtsmeldungen sollen auf diese Weise rascher analysiert werden können. Die deutschen Fahnder können die Daten besser mit ähnlichen Fällen vergleichen und auf dieser Basis die Strategien von Geldwäschern und den Drahtziehern hinter der internationalen Terrorismusfinanzierung leichter aufdecken. 

Wo Behördenvertreter vor einiger Zeit noch geklagt haben, es gebe zu viele Verdachtsfälle und zu wenige Mitarbeiter, um sich diesen zu widmen, unterstützt nun das Tool goAML die FIU.  Die Software funktioniert, und „je mehr gemeldet wird, umso schlagkräftiger wird das System werden“, sagte ein FIU-Vertreter im Rahmen einer Compliance-Veranstaltung. 

Aber wie sich im Verlauf der Fachtagung in Köln herausstellte, ergeben sich aus der Nutzung der Software aktuell noch viele Fragen. Brandaktuell am ersten Tag der Nutzungspflicht für goAML nutzten die Banker, Compliance-Officer und Juristen die Chance, Vertretern der FIU und des Bundesministeriums für Finanzen ihre Verbesserungsvorschläge mitzugeben. 

Ein Problem sind beispielsweise die mangelnden Rückmeldungen. Wer eine Verdachtsmeldung an die Software liefert, erfährt derzeit nicht, ob die Information an die Ermittlungsbehörden weitergegeben wurde. 

Für die meldende Bank ergibt sich daraus die Schwierigkeit, nicht zu wissen, wie sie mit dem verdächtigten Kunden weiter umzugehen hat. „Von wem soll ich denn eine Rückmeldung bekommen, wenn nicht von Ihnen“, brachte es ein Banker auf den Punkt. 

Momentan seien Einzelfall-bezogene Rückmeldungen angesichts der Vielzahl der eingehenden Meldungen aus Kapazitätsgründen nicht machbar. Es werde jedoch geprüft, ob das geändert werden kann, erläuterte ein FIU-Vertreter. Das Tool müsse so erweitert werden, dass für den Meldenden erkennbar ist, ob und wie viele Informationen an die Ermittlungsbehörden weitergeleitet wurden, forderte ein weiterer Compliance-Officer. Nur so sei nachvollziehbar, ob der verdächtigte Kunde noch überwacht werden müsse oder nicht. 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
23.04.2018
Erschienen in Ausgabe:
03/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Savushkin | istockphoto.com
Autor/in 
Anja U. Kraus
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