Geldpolitik
US-Notenbank deutet Zinspause an
 

Die amerikanische Notenbank hat 2018 bereits drei Mal den Leitzins angehoben. Fed-Chef Powell kündigte nun überraschend ein vorsichtigeres Agieren an. Das löste an den US-Börsen Kurssprünge aus. In der Eurozone werden die Leitzinsen wohl auch über den Sommer 2019 hinaus bei 0 Prozent bleiben.

US-Notenbankpräsident Jerome Powell hat angedeutet an, dass mittelfristig nicht mehr mit weiteren Zinserhöhungen zu rechnen ist. Dies ergibt sich aus einem Statement, welches der Chef der Federal Reserve am Mittwoch in New York abgab. Demnach liegt das Zinsniveau in den USA aktuell knapp unter neutral. Dies bedeutet, dass die Geldpolitik die Konjunktur weder befeuert noch bremst. Powell hatte erst vor ein paar Wochen das Zinsniveau als weit entfernt von neutral bewertet.

Medienberichten zufolge lässt Powells Äußerung darauf schließen, dass nicht mehr mit so vielen Zinserhöhungen zu rechnen ist, wie Investoren ursprünglich vermutet hatten. Im Handel werde spekuliert, dass der Fed-Chef dem Wunsch von US-Präsident Donald Trump nachgegeben habe, der strikt gegen Zinserhöhungen sei. Trump hatte gesagt, dass er „nicht einmal ein bisschen zufrieden“ sei mit dem von ihm selbst installierten Chef der US-Notenbank. Die Fed habe mit den Erhöhungen der Leitzinsen zuletzt „vollkommen falsch“ gelegen.

Nächste Erhöhung könnte im Dezember erfolgen

Die Fed hatte wegen des starken wirtschaftlichen Aufschwungs in den USA die Zinsen im Jahr 2018 bereits drei Mal angehoben. Die nächste Erhöhung könnte im Dezember erfolgen. An der Wall Street in New York reagierten die Anleger positiv auf die Ankündigung des Fed-Chefs. Es kam zu einer regelrechten Börsenrally. Der Dow-Jones-Index legte um 1,9 Prozent zu auf 25.228 Punkte, S&P-500 und Nasdaq Composite um 1,6 bzw. 2 Prozent.

Während die US-Notenbank die grundsätzliche Zinswende bereits vor Jahren einleitetet hat, agiert die Europäische Zentralbank (EZB) weiter vorsichtig. Auch über den Sommer 2019 hinaus werden die Leitzinsen wohl bei null Prozent bleiben. Eine Anhebung ist damit nicht vor Ende 2019 oder Anfang 2020 zu erwarten. Wahrscheinlich geht Notenbankchef Mario Draghi diesen Schritt erst im Oktober kommenden Jahres. Dies wäre dann eine seiner letzten Entscheidungen. Wenige Wochen später scheidet der Zentralbankchef aus dem Amt und geht in Pension. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
29.11.2018
Quelle(n):
Bildquelle: ©Markus Hofmann | fotolia.com
Autor/in 
Redaktion die bank
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