Gigantisches Geldvermögen
Trotz Minizinsen kaum Interesse an Aktien
 

Die Deutschen sind wohlhabend wie nie zuvor. Auf 5,6 Bio. € stieg das Geldvermögen der privaten Haushalte in Deutschland Ende 2016. In der ersten Jahreshälfte 2017 nahm das Vermögen weiter zu. Das Interesse an renditestarken Aktien bleibt jedoch trotz der anhaltenden Nullzinspolitik der EZB gering.

Die Zinsen für Bankeinlagen wie Sparguthaben und Termingelder tendieren gegen Null. Bei einer aktuellen Inflationsrate in Deutschland von etwa 1,7 Prozent bedeutet das einen schleichenden realen Wertverlust für diese Formen der Geldanlage. Dennoch schichten die privaten Haushalte ihr Geldvermögen kaum um. Mit 36,4 Prozent blieb der Anteil der Bankeinlagen im Jahr 2016 unverändert. In der Summe nahmen die Bankeinlagen von 1.942 auf 2.034 Mrd. € zu.

Die früher von Privatanlegern sehr geschätzten Bundeswertpapiere führen ebenfalls zu Kaufkraftverlusten des Vermögens. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen rutschte am 14. Juni 2016 sogar erstmals ins Negative. Aktuell hat die Rendite dieser Papiere zwar wieder bis auf etwa 0,5 Prozent angezogen, doch das reicht für einen Kaufkrafterhalt bei weitem nicht aus. Allerdings halten die privaten Haushalte inzwischen auch nur noch einen sehr geringen Teil ihrer Ersparnisse in Bundeswertpapieren. Der seit Jahren schrumpfende Anteil der Schuldverschreibungen am Geldvermögen sank im vergangenen Jahr weiter von 2,6 auf 2,3 Prozent. Nur noch 127 Mrd. € sind in Schuldverschreibungen angelegt, gegenüber 140 Mrd. € Ende 2015 und 162 Mrd. € im Jahr davor.

Trotz der extrem gesunkenen Kapitalmarktzinsen – eine Entwicklung, die es so nie zuvor in der deutschen Wirtschaftsgeschichte gegeben hat – stocken die Deutschen ihre Ersparnisse weiter auf. Das gilt nicht zuletzt auch für die private Altersvorsorge in Form von Versicherungen, Ansprüchen an Pensionskassen und Pensionsfonds, berufsständischen Versorgungswerken usw. Diese Bestände summierten sich Ende 2016 auf etwa 2.149 Mrd. €. Das sind 38,5 Prozent des Geldvermögens. Im Jahr 2015 waren erstmals
2 Bio. € überschritten worden.

Auswirkungen auf den Ruhestand
Das anhaltend niedrige Zinsniveau hat aber auch hier, für die private Altersvorsorge, schwerwiegende Folgen. Die ehemals avisierten Überschussverzinsungen lassen sich längst nicht mehr realisieren. Stattdessen kommt es zu massiv reduzierten Auszahlungen der Lebensversicherer und Pensionskassen. Die Vorsorgeplanungen vieler Bundesbürger für ihren Altersruhestand werden dadurch erheblich beeinträchtigt.

 

 

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10/2017

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
13.11.2017
Erschienen in Ausgabe:

10/2017

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Quelle(n):
Bildquelle: ©Lightboxx - iStockphoto.com
Autor/in 
Bernd Sprenger

Dr. Bernd Sprenger ist Dipl.-Volkswirt und Wirtschaftshistoriker.
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