Significant Risk Transfer (SRT)
Synthetische Verbriefungen und die Eigenkapitalentlastung von Banken
 

Nach der Finanzkrise 2008 / 2009 waren synthetische Verbriefungen sehr unpopulär – nicht zuletzt aufgrund der negativen Wahrnehmung durch die Politik und bei den Aufsichtsbehörden. Seit 2012 erfreuen sich synthetische Verbriefungstransaktionen aber wieder wachsender Beliebtheit, und sind heute für immer mehr Banken ein wichtiges Instrument für das Management von Kreditrisiken und Eigenkapital.

Wenn eine Bank als Originator eines Referenzportfolios von Darlehensforderungen eine synthetische Verbriefung durchführt, will sie dadurch vor allem regulatorisches Eigenkapital freisetzen (sogenannte Balance-Sheet-Transaktion). Dazu muss sie aus dem Referenzportfolio Kreditrisiken dergestalt ausplatzieren, dass sie dadurch einen signifikanten Risikotransfer (SRT) nach den Vorgaben der Kapitaladäquanzverordnung (Capital Requirements Regulation, CRR) erreicht. 

Typischerweise wird dafür das Referenzportfolio in mindestens drei Tranchen eingeteilt und das Kreditrisiko der Mezzanine-Tranche mittels einer Garantie oder eines Kreditderivats an einen Sicherungsgeber übertragen. Sofern dem Sicherungsgeber ein Risikogewicht von null Prozent zugewiesen ist (wie z. B. im Fall des Europäischen Investitionsfonds), wird keine weitere Besicherung der Garantie oder des Kreditderivats notwendig. Fungiert eine Zweckgesellschaft als Sicherungsgeber, werden in der Regel die Erlöse aus einer Schuldverschreibungsemission der Zweckgesellschaft zur Stellung von Bar- oder Wertpapiersicherheiten zugunsten der Bank verwendet. Die vorrangige Senior-Tranche und die nachrangige Junior-Tranche der Verbriefung behält die Bank ein. ÿ 1 Werden bei der Ausplatzierung der Mezzanine-Tranche die Vorgaben von Artikel 244 der CRR erfüllt, kann die Bank reduzierte Risikogewichte auf die einbehaltene Senior-Tranche anwenden und so regulatorisches Eigenkapital freisetzen. 

Künftig wird die Strukturierung von synthetischen Verbriefungstransaktionen von den neuen Verbriefungsregelungen, und in größerem Umfang, von den Auslegungsregeln der Aufsichtsbehörden zum SRT geprägt werden. 

Neues Verbriefungsregelwerk

Das neue Regelwerk für Verbriefungen, bestehend aus der neuen STS (Simple, Transparent, Standardised)-Verordnung für Verbriefungen und den Änderungen der CRR-Verbriefungsregeln, tritt zum 1. Januar 2019 für neue Transaktionen in Kraft. Für vor diesem Datum abgeschlossene Transaktionen gelten die neuen Regeln ab dem 1. Januar 2020. 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
01.10.2018
Erschienen in Ausgabe:
08/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©lynnebeclu | istockphoto.com
Autor/in 
Kerstin Schaepersmann
ist Rechtsanwältin und Counsel bei der Kanzlei Clifford Chance Deutschland LLP. 
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