RiverBank geht an den Start
Roland Berger gründet neue KMU-Bank

Angesichts der generellen Marktentwicklung in der Kreditwirtschaft, die von Konsolidierung, Filialabbau und Kostendruck geprägt ist, lässt jede Bankneugründung zwangsläufig aufhorchen. Die Herausforderungen infolge von Niedrigzins und zunehmender Regulierung sind inzwischen derart groß, dass immer mehr Institute nach Partnern suchten, um die Kosten zu senken und Ertragschancen besser auszunutzen. Kleine Banken haben hier oft einen Nachteil und tragen schwer unter den administrativen und organisatorischen Belastungen.

Insofern dürfte der eine oder andere Beobachter mit Erstaunen zur Kenntnis nehmen, dass die in Luxemburg ansässige RiverBank ausgerechnet den deutschen Markt als spezialisierter Kreditgeber für kleinere und mittelgroße Unternehmen entern will. Die Neugründung ist eine von der Europäischen Zentralbank autorisierte Geschäftsbank und untersteht der Aufsicht durch die luxemburgische Commission de Surveillance du Secteur Financier (CSSF).

Die Höhe der ausgereichten Kredite soll zwischen 750.000 € und 3 Mio. € pro Unternehmen liegen. In Kombination mit anderen Kreditgebern kann die Kredithöhe auch bis zu 10 Mio. € betragen. Die Idee dahinter: Kredite in der Größenordnung zwischen 1 und 2 Mio. € sind für manche eine örtliche Sparkasse, Genossenschaftsbank oder Crowdfunding-Plattform zu groß; für die großen Häuser wiederum zu klein, um es bei engen Margen profitabel bedienen zu können. In diese Nische will die neugegründete RiverBank vorrücken – mit einer Kombination aus traditionellem Bankgeschäft und FinTech. Die traditionelle Komponente: Die Kredite werden auf die Bankbilanz genommen und durch Einlagengeschäft refinanziert. Der FinTech-Aspekt: Bis zur finalen Kreditprüfung durch das Analyseteam ist der gesamte Prozess digital. Dieser schlanke Vertrieb soll eine Effizienzsteigerung erlauben, die auch dieses Kreditsegment lukrativ macht.

Anfänglich liegt der Fokus auf Deutschland und den Benelux-Staaten, aber schon im Laufe des Jahres 2018 soll das Kreditangebot weiter ausgebaut und durch wettbewerbsfähige Sparprodukte ergänzt werden. „Wir sind davon überzeugt, dass die Kombination aus klassischer Bank und FinTech einen substanziellen Beitrag zur Finanzierung von kleineren und mittelgroßen Firmen leisten kann”, sagt Jean-Laurent Girard, Mitbegründer und CEO der RiverBank. Girard hatte zuvor viele Jahre als Managing Director bei Morgan Stanley gearbeitet. Einer der beiden Haupteigentümer der RiverBank ist die britische Investmentgesellschaft RiverRock, deren Mitbegründer Roland Berger ist. “Mit der RiverBank vervollständigen wir unsere Strategie, mittelständische Unternehmen als Rückgrat der europäischen Wirtschaft zu unterstützen”, sagt Berger, der auch Aufsichtsrat der neuen KMU-Bank wird.

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Artikel veröffentlicht am:
10.04.2017
Quelle(n):
Bildquelle: Fotolia.com/Marco2811
Autor/in 
Redaktion die bank
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