Regulierungswelle
Positive Effekte für die Digitalisierung erwartet

Deutsche Kreditinstitute stehen der aktuellen sowie anstehenden Regulierungswelle skeptisch gegenüber. Sie erwarten negative Auswirkungen für ihr Haus. So befürchten einer aktuellen Studie der Unternehmensberatung PPI AG zufolge 40 Prozent, dass die Umsetzung der zahlreichen neuen Vorschriften den Ablauf ihrer Geschäftsprozesse stören wird. Weitere 26 Prozent sehen Nachteile für Entscheidungsprozesse voraus. Vier Prozent rechnen sogar mit erheblichen Problemen. Für andere Bereiche erwarten die meisten Banken hingegen positive Effekte der Bankenregulierung – besonders im Bereich der Digitalisierung von Geschäftsprozessen und der Identifizierung von Risiken. Vorteile werden insbesondere in der Datenverarbeitung gesehen, vor allem hinsichtlich der Leistung (Performance). Datensicherheit beziehungsweise den Schutz vor Cyberkriminalität erhoffen sich zwei Drittel der Befragten. Mehr Profitabilität durch neue Möglichkeiten von Data Analytics sehen 62 Prozent. Die Banken sollten die Umsetzung der relevanten Vorschriften gleichzeitig als Innovationstreiber verstehen, zumindest in Bezug auf das Meldewesen und die IT-Prozesse, betonen die Studienleiter Monika Kornet und Dennis Dünow.

Die Prognosen der Regulierungswelle fallen allerdings je nach Institutsform und Größe (Bilanzsumme) unterschiedlich aus. Banken, die sich für die fristgerechte Umsetzung vieler neuer Vorschriften gut gerüstet fühlen, erwarten im Zuge der Regulierungsanpassungen eher positive interne Effekte. Als diejenigen, die noch Schwierigkeiten bei der Umsetzung haben. Insbesondere Privat- Geschäfts- und Spezialbanken haben eine positive Erwartungshaltung hinsichtlich der Identifizierung und Messung von Risiken. Sparkasse und genossenschaftliche Kreditinstitute vermuten hingegen häufiger, dass sie hausintern mit der Digitalisierung und Automatisierung von Prozessen besser vorankommen werden. Größere Institute – mit einer Bilanzsumme ab 5 Mrd. € – erwarten im Rahmen der Regulierungsanpassungen positive Effekte auf die vernetzte Betrachtung von regulatorischen Anforderungen sowie der hauseigenen Risikokultur.

Für die Umsetzung der zahlreichen Regulierungsvorhaben spielen auch die Kosten eine zentrale Rolle. Der Studie zufolge sehen die befragten Banken die größten Investitionsaufwände im SREP, der Risikodatenaggregation von BCBS 239, PSD2. AnaCredit, des 2. FiMaNoG inkl. MiFID II und MiFIR sowie der Digitalisierung von Kreditprozessen. Die durchschnittlichen Kosten für die Umsetzung der Regulierungsvorgaben sind laut Angaben der befragten Institute für 2016 und 2017 auf einem vergleichbaren Niveau. Im Rahmen der Gesamtinvestitionen wird der höchste Anteil für die Umsetzung ausgegeben. Neben den einmaligen Projektausgaben betragen die laufenden Kosten knapp ein Drittel (31 Prozent) und die Kosten für Überprüfung und Anpassung knapp ein Viertel der Gesamtausgaben (23 Prozent).

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
13.09.2017
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Artikelbild: © anyaberkut - iStockphoto.com

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Redaktion die bank
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