Neue EBA-Guidelines
Outsourcing-Prozess vor deutlichen Änderungen
 

Die neuen Outsourcing-Leitlinien der Europäischen Bankenaufsichtsbehörde (EBA) gehen deutlich über bisherige Vorgaben hinaus. In Zukunft fallen nicht nur Kreditinstitute, sondern auch Zahlungs- und E-Geld-Institute in den erweiterten Anwendungsbereich der überarbeiteten Guidelines.

Die bislang geltenden Leitlinien für das Outsourcing entsprechen nicht mehr den aktuellen Anforderungen der Bankpraxis. Die Europäische Bankenaufsichtsbehörde (EBA) ist der Ansicht, dass sie weder den EU-rechtlichen Vorgaben, noch dem starken Anstieg an IT-Auslagerungen gerecht werden. Der von der EBA am 22. Juni 2018 zur Konsultation gestellte Entwurf der neuen Leitlinien sieht Bestimmungen vor, die zum Teil deutlich über die Vorgaben der Mindestanforderungen an das Risikomanagement (MaRisk) und die Bankaufsichtlichen Anforderungen an die IT (BAIT) hinausgehen.

Den neuen Leitlinien zufolge sollen Institute die zuständigen Behörden bei einer Auslagerung wichtiger Funktionen künftig bereits im Voraus benachrichtigen. Zudem werden die Geldhäuser dazu aufgerufen, ein detailliertes Register mit allen Auslagerungsverhältnissen zu führen. Hierbei soll zwischen der Auslagerung von kritischen oder wichtigen Funktionen und anderen Auslagerungen differenziert werden. In Zukunft fallen zudem nicht nur Kreditinstitute, sondern auch Zahlungs- und E-Geld-Institute sowie Wertpapierfirmen, welche der europäischen Aufsicht unterliegen, in den Anwendungsbereich der neuen EBA-Guidelines.

Unternehmensleitung kann nicht ausgelagert werden

Die EBA legte beim 1. Forum Bankaufsichtsrecht am Mittwoch, den 30. Januar 2019 im Bank-Verlag in Köln ihre Governance-Anforderungen an den Outsourcing-Prozess dar. Demnach sollen die Institutionen eine angemessene interne Organisation in der Zentrale behalten dürfen, um die Beziehung zu den Dienstleistern zu überwachen und zu verwalten. Wenn operative Aufgaben von internen Kontrollfunktionen ausgelagert würden, solle das Institut eine angemessene Aufsicht über diese Funktionen ausüben. Die Unternehmensleitung könne hingegen nicht ausgelagert werden, stellte Bernd Rummel (Foto unten), Principal Policy Expert, Department Regulation, bei der EBA vor den eingeladenen Gästen klar.

Laut EBA unterliegt die Auslagerung bestimmter Aktivitäten der Zulassungspflicht. Hierzu zählten Bankgeschäfte (z.B. Einlagen und Kreditgeschäft) (CRD), Wertpapierdienstleistungen und Anlagetätigkeiten (MiFID), Zahlungsdienste (etwa Finanztransfers, Ein- und Auszahlungen) (PSD) sowie die Ausgabe elektronischer Zahlungen.

Die neuen Richtlinien sollen laut EBA am 29. März 2019 veröffentlicht werden und am 30. September dieses Jahres inkraftreten. Die Leitlinien aktualisieren die CEBS-Leitlinien für das Outsourcing 2006 (nur für Kreditinstitute) und integrieren die Empfehlung 2017 zu Auslagerungen an Cloud-Dienstleiter, die beim Inkrafteteten der neuen Leitlinien aufgehoben werden. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
31.01.2019
Quelle(n):
Bildquellen: ©VRD | fotolia.com und EBA
Autor/in 
Redaktion die bank
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