Übernahme der BHF Kleinwort Benson
Oddo hat nun Geld genug

Die Finanzierung steht; jetzt kann Bankier Philippe Oddo wohl wie geplant die BHF Kleinwort Benson Group übernehmen. Die Unterstützung für Oddo kam aus dem eigenen Land: Neben der Besitzerfamilie selbst und den Mitarbeitern trugen die Verwaltungsgesellschaft Boussard & Gavaudan und die Familienholding Téthys maßgeblich zu einer Kapitalerhöhung um 100 Mio. € bei. Téthys gehört der Familie Bettencourt-Meyers, den Hauptaktionären des Kosmetikriesen L’Oréal. Die Eigenmittel bei Oddo & Cie belaufen sich nun auf 705 Mio. €. Damit wurde das Eigenkapital in den letzten 20 Jahren mehr als verzehnfacht. Die Besitzverhältnisse gestalten sich nun wie folgt: Der Familie Oddo gehören 60 Prozent, den Mitarbeitern 30 Prozent, Boussard & Gavaudan, Téthys und Allianz bringen es gemeinsam auf 7 Prozent und weitere 3 Prozent entfallen auf sonstige Anteilseigner.

Die Kapitalerhöhung für Oddo war Anfang Dezember im Rahmen einer außerordentlichen Hauptversammlung einstimmig beschlossen worden. Damit sollte das notwendige Geld für die Übernahme der BHF eingetrieben werden. Im letzten Herbst hatte sich die Pariser Privatbank mit dem chinesischen Investor Fosun eine Schlacht um das Frankfurter Institut geliefert. Oddo übertrumpfte schließlich den Konkurrenten. Allerdings überstieg sein Gebot an die Aktionäre, ein Paket im Wert von 760 Mio. €, das Eigenkapital seiner Bank. Die Aufsicht machte ihre Zustimmung zum Kauf deshalb von der Kapitalerhöhung abhängig.

Nun steht noch die formale Zustimmung des deutschen Einlagensicherungsfonds über den Prüfverband deutscher Banken aus. Die Akquisition sollte bis zum Ende des ersten Quartals 2016 abgeschlossen sein. Oddo wird dann nach eigenen Angaben 53,332 Prozent des BHF-Kapitals halten. Zusätzlich zu den schon vorhandenen eigenen Anteilen kommen eine Veräußerungs- bzw. eine Beteiligungszusage der Franklin Templeton Gruppe und der Gesellschaft Aqton, einer Holding von Stefan Quandt.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
07.01.2016
Quelle(n):

Autor/in 
Anja U. Kraus
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