Fusionen bündeln Kräfte und Stärken
Notwendige Konsequenz des Konsolidierungsdrucks im Bankensektor
 

Der Konsolidierungsprozess im deutschen Bankensektor ist in vollem Gange. Experten gehen davon aus, dass es in den nächsten Jahren deutlich weniger Banken als heute geben wird. Geschuldet ist dies dem starken Anpassungszwang, dem deutsche Geldhäuser aufgrund des digitalen Wandels, der aufsichtsrechtlichen Anforderungen, dem Niedrigzinsniveau und dem zunehmenden Konkurrenzdruck unterliegen. Welche Banken überleben werden.

Um den dreigliedrigen deutschen Bankensektor ist es aktuell nicht gut bestellt. Der von der Europäischen Zentralbank (EZB) festgelegte Hauptrefinanzierungssatz liegt seit dem 10. März 2016 bei 0 Prozent, und die Einlagefazilität wurde gerade erst von bisher minus 0,4 Prozent auf minus 0,5 Prozent gesenkt. Damit müssen die Finanzinstitute, die überschüssiges Geld bei der Notenbank kurzfristig parken, faktisch einen höheren Strafzins zahlen.1 Darüber hinaus jagen Auslandsbanken und FinTechs den hiesigen Geldhäusern verstärkt die Kunden ab und belasten dadurch ebenfalls die Erträge der Kreditinstitute nachhaltig.

Auf der anderen Seite führen Regulierungsauflagen und unaufschiebbare Investitionen in die Digitalisierung zu hohen Aufwendungen, sodass unter dem Strich die Produktivität und damit die Effizienz deutscher Geldhäuser immer weiter sinken.

Abzulesen ist dies an der Cost-Income-Ratio, die nach Angaben der Deutschen Bundesbank im Geschäftsjahr 2018 über alle drei Säulen des deutschen Bankensektors hinweg bei 75,5 Prozent und damit etwas niedriger als im Jahr 2017 lag. Im Jahr 2016 betrug diese allerdings noch 73,3 Prozent, im Jahr 2015 rund 71,3 Prozent und im Jahr 2014 sogar lediglich 69,9 Prozent.

Banken im Fitnesscheck

Damit wirtschaften die deutschen Banken derzeit deutlich schlechter als in den vergangenen Jahren, hinken aber auch im europäischen und im internationalen Vergleich hinterher: Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Bankenreport von McKinsey & Company. Danach liegen schwedische Banken mit einer Cost-Income- Ratio von durchschnittlich 50 Prozent vorn, gefolgt von spanischen Banken mit einer Cost-Income-Ratio von 52 Prozent und amerikanischen Banken mit 60 Prozent. Besorgniserregend ist in diesem Zusammenhang allerdings die Entwicklung einiger Großbanken in Deutschland. Im Branchenvergleich schnitten diese nämlich überaus schlecht ab und sind weit davon entfernt, kosteneffizient zu arbeiten: Das Verhältnis von Aufwand und Ertrag lag im Jahr 2018 bei 88,9 Prozent, die Deutsche Bank kam im 3. Quartal 2019 sogar auf eine Cost-Income Ratio von -109,7 Prozent, nach 112,6 Prozent im Vorquartal.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
14.01.2020
Erschienen in Ausgabe:
10/2019
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Bildquelle: iStock.com/lvcandy

Autor/in 
Carmen Mausbach
Die Diplom-Kauffrau ist seit 2002 als freie Wirtschaftsjournalistin tätig. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Tätigkeit ist die redaktionelle Mitarbeit im Bus-Netzwerk für betriebswirtschaftliche und steuerliche Fachinformationen. 
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