Finanzierung der Digitalisierung
Neuer Förderrekord bei der NRW-Bank

Die NRW-Bank hat im Jahr 2016 erneut eine sehr hohe Nachfrage nach ihren Förderinstrumenten verzeichnet. Mit einem Zusagevolumen in Höhe von 11,2 Mrd. € hat sie das Rekordergebnis des Vorjahres noch einmal um 15 Prozent übertroffen. „In diesem Jahr haben wir insbesondere das gefördert, was in Nordrhein-Westfalen am meisten fehlt: ausreichender sozialer Mietwohnraum und funktionierende Infrastrukturen“, erklärte Eckhard Forst, Vorsitzender des Vorstands der landeseigenen Förderbank, im Rahmen der Jahrespressekonferenz in Düsseldorf. Aufgrund der hohen Nachfrage wurde vor allem das Volumen der sozialen Wohnraumförderung auf 1,1 Mrd. € hochgefahren. Einen wichtigen Schwerpunkt stellte zudem die soziale Mietwohnraumförderung dar. Das Zusagevolumen stieg hier um 94 Prozent auf 892 Mio. €. Grund sind die guten Konditionen für Investoren, die neben günstigen Zinsen auch Tilgungsnachlässe beinhalten. „Private Investoren und die Wohnungswirtschaft investieren wieder verstärkt in den sozialen Wohnraum. Damit konnte ein wichtiges Ziel der nordrhein-westfälischen Wohnungsbaupolitik erreicht werden“, sagte Dietrich Suhlrie, Mitglied des Vorstands. Er räumte aber zugleich ein, dass es weiterhin erkennbare Defizite im Neubau im Vergleich zum Bedarf gebe. Vor allem an baureifen Grundstücken fehle es in den Städten und Kommunen in Nordrhein-Westfalen. Weiterhin gut angenommen wurden dagegen die zinslosen Programme für Flüchtlingsunterkünfte mit insgesamt 372,5 Mio. €, was einer Steigerung von 55 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Bankchef Forst wies auf einen strategischen Schwerpunkt bei der Finanzierung der Digitalisierung hin. Zwar ging das Volumen der Gründungskredite im Hochrisikogeschäft um 34 Prozent auf rund 305 Mio. € zurück, dafür wurden neue Programme für schnell wachsende und innovative Unternehmen aufgelegt. „Gute Ideen dürfen nicht an der Finanzierung scheitern“, sagt Forst. So fördert das neue Beteiligungsprogramm „NRW.SeedCap Digitale Wirtschaft“ in Kooperation mit Business Angels Gründer mit digitalen Geschäftsideen. Das Programm „NRW.BANK.Innovative Unternehmen“ bietet die Besonderheit einer 70-prozentigen Haftungsfreistellung zugunsten der Hausbank. Mit diesem Programm nutzt die Förderbank eine Garantie des Europäischen Investitionsfonds (EIF) unter Nutzung des Europäischen Fonds für strategische Investitionen (EFSI). „Mit unseren neuen Programmen finanzieren wir besonders fortschrittliche Unternehmen und stoßen damit Innovationen in NRW an – auch in der Digitalisierung“, erklärte Gabriela Pantring, die seit dem 1. November 2016 dem Vorstand der NRW-Bank angehört.

Die Kapitalausstattung der Bank ist für die weiteren Vorhaben ausgezeichnet. Von dem Betriebsergebnis in Höhe von 465 Mio. € wurden fast 96 Prozent zur Stärkung des Eigenkapitals und der Risikotragfähigkeit zurückgelegt. Zum 31. Dezember 2016 betrug die Bilanzsumme 142,1 Mrd. €, womit die NRW-Bank auf Position 12 der größten Banken in Deutschland rangiert. Die Quote des harten Kernkapitals beträgt beachtliche 41,76 Prozent. Für 2017 rechnet Bankchef Eckhard Forst mit keinen fundamentalen Veränderungen und einem weiterhin erfolgreichen Fördergeschäft.

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Artikel veröffentlicht am:
23.03.2017
Autor/in 
Stefan Hirschmann
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