Risk-Taker-Vergütung nach der InstitutsVergV 3.0
Nachhaltigkeit mit Fragezeichen
 

Das Vergütungsmanagement für Risk Taker zählt zu den besonders anspruchsvollen Handlungsfeldern. Bei den großen Instituten stehen die dezidierten Vergütungsvorgaben für die Risk Taker im besonderen Fokus. Das Nebeneinander und die hohe Frequenz, mit der Vergütungsvorgaben in Kraft gesetzt werden, erhöhen den Anspruch an die Entscheider weiter. Bei der beabsichtigten Lockerung des Kündigungsschutzes werden die Risk Taker erneut Gegenstand von Regulierungsinterventionen.

Die Stimmungslage gegenüber den Bankern und ihrer Vergütung ist in der öffentlichen Berichterstattung unverändert kritisch und durch hohe Sensibilität gekennzeichnet. Auch das öffentlichkeitswirksame Agieren der Bankenaufsicht erhöht den Druck auf bestimmte Institute, einen Kulturwandel in der Vergütung herbeizuführen. 

Im Fokus der aufsichtsrechtlichen Vorgaben für die Vergütungssysteme stehen letztlich alle Führungskräfte und Mitarbeiter. In den nach der Institutsvergütungsverordnung (InstitutsVergV)  bedeutenden Instituten sind zahlreiche Sonderregelungen für die Risk Taker anzuwenden. Es handelt sich dabei um die Personen, deren berufliche Tätigkeit sich wesentlich auf das Risikoprofil des Instituts auswirkt. Neben den Mitgliedern der Geschäftsleitungs- und Aufsichtsgremien zählen auch Führungskräfte der nachgeordneten Ebene dazu sowie weitere Führungskräfte, sofern sie wesentliche Teile des Geschäfts (inklusive der damit verbundenen Risiken) verantworten oder risiko-kontrollierende Organisationseinheiten leiten. Schließlich können auch Mitarbeiter auf Experten­ebene betroffen sein, die über entsprechende Risikobefugnisse im Kredit- und Handelsgeschäft verfügen oder besonders hohe Vergütungen beziehen.

Zusätzlich zur Risk-Taker-Ermittlung im einzelnen Institut haben übergeordnete Unternehmen einer Gruppe noch im Gruppenzusammenhang Risk Taker zu ermitteln, die in konsolidierten Töchtern tätig sind und durch ihre Verantwortlichkeiten dort das Risikoprofil der Gruppe tangieren können.

Identifizierung als Ausgangspunkt

Für die Bestimmung der Risk Taker in den Instituten hat die European Banking Authority (EBA) einheitliche Selektionskriterien vorgegeben. Im Ergebnis handelt es sich bei den Risk Takern immer nur um eine kleine Gruppe innerhalb der Belegschaft, für deren variable Vergütung die besonderen Anforderungen der Institutsvergütungsverordnung gelten.

Für 2016 hatten Erhebungen der EBA einen signifikanten Rückgang der EU-weit identifizierten Risk Taker um 21,3 Prozent auf 53.382 gezeigt. Während weder EBA noch nationale Aufsicht eine Erhebung der in Deutschland identifizierten Risk Taker durchführen, zeigen die für 2016 und 2017 veröffentlichten Offenlegungsberichte der bedeutenden Institute grundsätzlich stabile Risk-Taker-Mengengerüste. Für 2017 ergeben sich dabei nur im Einzelfall rückläufige Risk-Taker-Mengengerüste im Hinblick auf den hohen Restrukturierungsdruck und rückläufige Bonuspools einzelner Institute.

Während allerdings EU-weit der durchschnittliche Anteil der Risk Taker an der gesamten Mitarbeiterpopulation eines Instituts nur zwei Prozent beträgt, weisen deutsche Institute z. T. deutlich höhere Anteile auf.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
19.02.2019
Erschienen in Ausgabe:
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Bildquelle: ©Petmal | istockphoto.com

Autor/in 
Werner Klein
ist Inhaber von compgovernance, einer unabhängigen und inhabergeführten Unternehmensberatung, deren Beratungsschwerpunkt im Performance und Compensation Management von Banken und anderen Finanzdienstleistern liegt. 
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