Deutsche Kreditwirtschaft
MiFID II auf den Prüfstand stellen

Die europäische Wertpapierrichtlinie MiFIDII verärgert nicht nur Berater, auch die Kritik der Banker daran reißt nicht ab. Die Deutsche Kreditwirtschaft (DK) verwies auf eine am Freitag von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) veröffentlichte Studie, die sich mit den Auswirkungen von MiFID II und PRIIPs aus Kundensicht beschäftigt. Bereits im März dieses Jahres hatte die DK eigenen Angaben zufolge zu dem Thema eine von  Prof. Dr. Stephan Paul erstellte Auswirkungsanalyse veröffentlicht. Zwar komme es zwischen den beiden Studien zu Abweichungen in den Ergebnissen, dennoch zeichneten sich zwischen den Untersuchungen gemeinsame Trends deutlich ab, teilte die DK mit.

Demnach scheinen für die Mehrheit der Kunden die neuen ex-ante-Kosteninformationen keinen Mehrwert zu bieten. Weniger als die Hälfte der Verbraucher, die seit deren Einführung Wertpapiergeschäfte getätigt hätten, habe zumindest einmal eine Kosteninformation gelesen. 

Im Unterschied zu den Ergebnissen der BaFin-Umfrage könne die DK nicht nachvollziehen, dass die Aufzeichnung von Telefongesprächen bei den Kunden gut ankäme. Viele Kunden hätten sich aus dem Telefongeschäft bereits zurückgezogen. So sei bei deutschen Banken und Sparkassen die Anzahl telefonisch erteilter Orders um die Hälfte eingebrochen; drei Viertel aller Kunden würde am liebsten auf die Telefonaufzeichnung verzichten. Dass die BaFin-Studie zu anderen Zahlen komme, lasse sich aus Sicht der DK dadurch erklären, dass hier nur Kunden befragt worden seien, die heute weiterhin noch telefonisch Orders erteilten. Selbst von diesen wollten laut BaFin-Studie 48 Prozent auf die Sprachaufzeichnung verzichten.

Wie es weiter hieß, sei aus den Ergebnissen der BaFin-Studie auch zu erkennen, dass viele Verbraucher die neuen Informationsmittel aus MiFID II nicht nutzten. Viele Banken und Sparkassen stellten überdies fest, dass die neuen Vorgaben zudem zu Frust bei Kunden führten, weil sie sich ausgebremst oder bevormundet fühlten. Die deutschen Banken und Sparkassen fordern laut der DK daher erneut, dass die Kunden die Möglichkeit haben sollten zu wählen, welche Informationen sie erhalten wollten. Nur so könne die Akzeptanz von Wertpapiergeschäften erhöht werden. Deshalb müsse MiFID II auf den Prüfstand. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
07.06.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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