Studie
Lob für Reformen der Finanzmarktregulierung

Die verschärften Regeln für Banken infolge der Finanzkrise vor zehn Jahren haben sich offenbar bewährt. Die Regulierungsmaßnahmen machten die Kreditinstitute sowie den deutschen Bankensektor insgesamt stabiler. Gleichzeitig gibt es jedoch Bereiche, in denen Verbesserungspotenziale durch weitere Feinjustierungen der Reformen möglich erscheinen. Dies geht aus einer am Freitag vorgestellten Studie des LOEWE-Zentrums SAFE (Sustainable Architecture for Finance in Europe) an der Goethe-Universität Frankfurt hervor. Untersucht wurden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Regulierungsmaßnahmen, die zwischen 2008 und bis Beginn 2018 auf dem deutschen Finanzsektor umgesetzt worden waren.

Die Analyse kommt zu dem Schluss, dass die Reformmaßnahmen die damit verfolgten Ziele, wie beispielsweise die Stärkung der Marktdisziplin, erreicht hätten. Netzwerkanalysen zeigten zudem, dass das systemische Risiko zurückgegangen sei, das sich aus der gegenseitigen Verflechtung von Kreditinstituten ergebe und das zum Too-big-to-fail-Problem führe. Ein weiteres Resultat der Untersuchung ist, dass die Verschärfung der Eigenkapitalregulierung durch Basel III Kredite in Deutschland entgegen den Befürchtungen einiger Beobachter nicht verteuert habe.

Zugleich werden in der Studie weitere Reformschritte gefordert. „Verbesserungen wären zum Beispiel möglich bei einer europaweit einheitlichen Regulierung der Risiken von Staatsanleihen, beim Umgang mit notleidenden Krediten, sowie bei der Glaubwürdigkeit und Effektivität des Abwicklungsregimes“, betonte Prof. Dr. Mark Wahrenburg, Inhaber des Lehrstuhls für Bankbetriebslehre an der Goethe-Universität. Die an der Evaluation beteiligten Ökonomen regten darüber hinaus an, den Geldhäusern stärkere Anreize zu setzen, damit diese freiwillig zusätzliche Eigenkapitalpuffer bildeten. Im Gegenzug könnten sie entlastet werden beim Aufwand für den Nachweis, dass sie die regulatorischen Vorschriften erfüllten. (ud) 

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Artikel veröffentlicht am:
15.03.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
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