Financial Homes
Kunden sehen Banken als bevorzugte Anbieter

Traditionelle Versicherer laufen Gefahr, im Wettbewerb von innovativen Newcomern verdrängt zu werden. Die größte Gefahr geht hierbei von den sogenannten Financial Homes aus, an denen bereits ein Drittel der Konsumenten in Europa Interesse hat. Dabei handelt es sich um digitale Plattformen, die als zentraler Anlaufpunkt für Endverbraucher alle Finanz- und Versicherungsangebote bündeln. Als bevorzugte Anbieter eines Financial Homes sehen die Befragten jedoch eher Banken oder FinanzApps und nicht Versicherungen. Dies geht aus einer aktuellen Befragung von über 5.000 Konsumenten in Deutschland und vier weiteren europäischen Ländern durch die Strategieberatung Oliver Wyman hervor.

Ein Drittel der Endverbraucher habe Interesse an digitalen Plattformlösungen, die es möglich machten würden, an einem zentralen Platz alle Finanzen und Versicherungen zu managen. Enormes Potenzial ergebe sich für das Financial Home durch den Zugang zu den Bankkonten der Kunden und damit verbundenen Analyse-Möglichkeiten. Auf diese Weise hätten die Plattformen die Möglichkeit, den Kunden konkrete Handlungsempfehlungen zu geben, wie sie ihre Finanzen und Versicherungen optimieren könnten.

Möglich mache das die EU-Zahlungsdienstrichtlinie PSD2. Sie schreibe Banken vor, von der BaFin zertifizierten externen Dienstleistern, zu denen etwa FinTechs oder Versicherungen gehören könnten, Zugriff auf Kontodaten der Kunden zu gewähren, sofern diese ihr Einverständnis gäben. So erhielten Financial Homes einen Einblick in die Ein- und Ausgaben, das verfügbare Einkommen, die Lebenshaltungskosten, aber auch über bestehende Versicherungen und sonstige Verträge. Kombiniert mit intelligenten Tools könnten die Plattformen die Transaktionsdaten analysieren und dem Kunden Optimierungspotenziale aufzeigen: wo weiterer Versicherungsbedarf bestehe, ob es günstigere Alternativen zu bestehenden Verträgen gebe oder ob nicht notwendige Versicherungen gekündigt werden sollten.

Um nicht vom Wettbewerb mit den Banken verdrängt zu werden, seien traditionelle Versicherungen gefordert, digitale Angebote mit viel Flexibilität und attraktiven Preisen anzubieten, hieß es. Gleichzeitig müssten sie sich den Herausforderungen der neu entstehenden Financial Homes stellen. (ud)

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
11.09.2019
Autor/in 
Redaktion die bank
Weitere Artikel 
Webkiosk 

Die Zeitschrift

Ausgabe 07/2019

Jetzt online lesen »

 

 

Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv