Studie zu Ratenkrediten
Konkrete Zinsvergleiche machen Mühe
 

Wer sich in Deutschland über Zinskonditionen von Banken informieren möchte, sieht sich einem großen Informationsdickicht ausgesetzt. Die im Internet abrufbaren Zinssätze für Ratenkredite weichen in den Quellen teilweise stark voneinander ab. Auch die anderen Kommunikationswege der Banken offenbaren Lücken.

Ziehen Kunden Vergleichsportale oder Zinsrechner auf den jeweiligen Websites heran, unterscheiden sich die Zinssätze, die sich aus verschiedenen Quellen speisen, teilweise deutlich. Die Suche nach einem günstigen Angebot ist somit unnötig erschwert. Zudem ist der Markt für Ratenkredite durch große Zins-Unterschiede zwischen den verschiedenen Instituten gekennzeichnet. Das geht aus der aktuellen „Marketing-Mix-Analyse Ratenkredit 2019“ des Esslinger Marktforschungsinstituts research tools hervor. Untersucht wurden die Zinskonditionen von zehn Banken: AKB Bank, Barclaycard, Commerzbank, Creditplus, HypoVereinsbank, Postbank, Sberbank, SWK und Targobank und Volkswagen Bank.

Im Rahmen der Studie wurden kommunizierter Zins, Websiterechner-Zins, detaillierter Antragsrechner-Zins und Vergleichsportal-Zins analysiert und für verschiedene Kundenszenarien verglichen. Durch häufig unterschiedliche Ergebnisse der berechneten Zinssätze je nach verwendetem Rechner ist demnach ein Marktüberblick sehr erschwert. Bei zehn eigens zu Studienzwecken angelegten Nutzerprofilen ist zudem die Spanne des effektiven Zweidrittelzinses in den Onlinerechnern der Banken bei 1,70 bis 6,49 Prozent beträchtlich. Bei Krediten mit bonitätsabhängigen Zinsen gibt der Zweidrittelzins an, welchen Zins mindestens zwei von drei interessierten Verbrauchern höchstens zahlen müssen.

Günstige Konditionen werden betont

Analysiert wurden auch das Kommunikationsverhalten und die Kommunikationsmittel der Institute in Bezug auf ihre Zinskonditionen. Zu den von den Banken genutzten Strategien zählen demnach die Betonung günstiger Konditionen, Flexibilität und das Erfüllen von Wünschen.

Bezogen auf Social-Media-Plattformen wurden die offiziellen Accounts der Banken untersucht. Sieben von zehn Instituten posten demnach Beiträge mit ratenkreditrelevanten Informationen. Hervorzuheben sind hierbei die Profile von Creditplus auf Facebook und Twitter mit 33 respektive 34 Beiträgen. Auf der Internet-Videoplattform YouTube zeigt sich die Volkswagen Bank mit vier Ratenkredit-bezogenen Videos am aktivsten. Jeweils ein oder zwei relevante Postings veröffentlichten über die verschiedenen Social Media-Plattformen hinweg Barclaycard, Commerzbank, HypoVereinsbank, Postbank und Targobank. Relevante Pressemitteilungen gaben nur die Sberbank (vier) und die Postbank (eine) heraus.

Gegenstand der Untersuchung waren auch die Vertriebswege der Geldhäuser für Ratenkredite. Bis auf die ABK Bank und Sberbank stellen der Untersuchung zufolge alle Anbieter ihren Kunden Apps zur Verfügung. Gängig sind die Betriebssysteme iOS und Android. Hinsichtlich der Features sind keine nennenswerten Unterschiede auszumachen. Die Hotlines von Commerzbank, Postbank und Targobank können täglich rund um die Uhr angerufen werden, an allen sieben Wochentagen zumindest tagsüber auch die Sberbank. Die übrigen Banken betreiben ihre Hotline zwischen 45 und 66 Stunden in der Woche.

Wie es weiter heißt, präsentieren drei Anbieter (Creditplus, Sberbank und SWK Bank) das Thema Ratenkredit auf der Startseite der Website, bei den anderen sind es ein oder zwei Klicks von der Startseite aus. Von der Produktübersicht kann meist in einem weiteren Klick ein Antragsformular aufgerufen werden, bei Creditplus ist auch der Rechner auf der Startseite eingerichtet. Hinsichtlich der Features ähneln sich die Websites. So finden sich auf den Seiten aller Anbieter die Produktvorteile und ein FAQ, mehrheitlich verfügen die Produktseiten über Rechner und Antragsformulare sowie Fotos und eine Auflistung des Leistungsumfangs. Creditplus generiert mit einem Chat eine Alleinstellung, so die Studie.

Insgesamt ergibt sich so das Bild eines kommunikativen Flickenteppichs. Jedes Institut hat seine Stärken, es kommt aber keines ohne beträchtliche Kommunikationslücken aus. (ud)

Wer die vollständige Studie „Marketing-Mix-Analyse Ratenkredit 2019“ von research tools erwerben möchte, kann dies per E-Mail tun.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
21.11.2019
Quelle(n):
© iStock.com/Doucefleur
Autor/in 
Redaktion die bank
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