Bankchef ruft zum Streik auf
Im Ausstand wegen Überregulierung

Der Vorstandsvorsitzende der Ethikbank, Klaus Euler (Foto), hat die schwierigen Rahmenbedingungen für mittelständische Kreditinstitute kritisiert. Vor allem die anhaltende Niedrigzinssituation mache den kleinen Banken zu schaffen, da sie große Auswirkungen auf die Ertragslage habe. „Die wichtigste Einnahmequelle,  die Zinsmarge, geht stetig zurück und engt den Handlungsspielraum ein“, so Euler. Banken würden dadurch gezwungen, auf risikoreiche Spekulationsgeschäfte auszuweichen. Bankchef Euler sieht darin einen deutlichen Wettbewerbsvorteil für die Großbanken, die in hohem Umfang spekulativ tätig seien. Allerdings bedeutet mehr Spekulation auch mehr Risiko, was die Stabilität des Bankensektors weiter gefährde. „Es ist schon paradox, dass ausgerechnet die risikoarm agierenden Kreditinstitute, wie Volksbanken und Sparkassen, von den Maßnahmen, die eigentlich die Folgen der Krisen vergangener Jahre bekämpfen und zukünftige Krisen verhindern sollen, in ihrer Existenz bedroht werden.“ Euler spielt damit auf die Bankenregulierung der Europäischen Union an, die nicht genügend Unterschiede zwischen den regional agierenden und der Realwirtschaft dienenden Banken und den Großkonzernen mache. „Der bürokratische Aufwand bringt mittelständische Banken, wie die Ethikbank, an den Rand der Belastungsgrenze“, sagt Euler. Im Ergebnis werde sich der „gesunde und resistente Bankenmischwald in eine krisenanfällige Monokultur verwandeln“. Dieser Entwicklung will Euler jedenfalls will nicht mehr tatenlos zusehen. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern plant er, die Bank für einen Tag zu schließen und mit diesem Streik auf die bedrohliche Situation aufmerksam zu machen. Die Arbeit in der Bank solle unter fairen Wettbewerbsbedingungen und mit den Freiräumen erfolgen, die es brauche, um bewährte Modelle umzusetzen und neue Ideen zu entwickeln.

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Artikel veröffentlicht am:
25.02.2016
Quelle(n):
Foto: Ehtikbank (2016)
Autor/in 
Redaktion die bank
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