Geschäftsgirokonto
Große Preisunterschiede – Chancen für mehr Erträge?
 

Im Rahmen einer Benchmark-Studie über die Gebühren für Geschäftsgirokonten wurden Preisunterschiede von bis zu 300 Prozent innerhalb und zwischen den deutschen Metropolregionen aufgedeckt. Banken bietet eine große Preisspanne die Möglichkeit, sich im Wettbewerb zu positionieren oder Erträge zu steigern. Aber auch für Kunden lohnt sich der Vergleich – mitunter sogar bei der eigenen Hausbank, wenn diese verschiedene Kontomodelle anbietet.

In der aktuellen Vergleichsstudie wird zwischen „Wenignutzern“ mit bis zu 600 Buchungsposten im Jahr, sowie „Vielnutzern“ mit bis zu 6.000 Buchungen im Jahr differenziert. Denn der von Geschäftskunden für Zahlungsverkehrsleitungen gezahlte Preis hängt sehr stark vom Umfang der Nutzung ab.

Wegen der am Markt heute immer noch üblichen Preisstruktur – jede Leistung wird einzeln abgerechnet – unterscheiden sich die Kontopreise je nach Intensität der Nutzung und meist auch nach dem Nutzungskanal. Firmenkunden mit extrem hoher Nutzungsintensität sind hier nicht berücksichtigt. Sie konzentrieren sich auf wenige große Firmen oder städtische Unternehmen, wie etwa Elektrizitätswerke oder Wohnungsbaugesellschaften, die regelmäßig Zahlungseingänge einer Vielzahl von Kunden verbuchen und daher nicht über Standard-Kontomodelle bedient werden, sondern mit individuellen Preisvereinbarungen.

Beim Vergleich der Preis- und Leistungsverzeichnisse von über 200 Instituten wurden die zentralen Preisbestandteile Grundpreis, Debitkarte, Gut- und Lastschriften, Überweisungen per Beleg sowie im Online Banking berücksichtigt. Weitere wichtige Bestandteile wie Bargeldmanagement, Electronic-Banking-Leistungen und auch Sonderkonditionen wurden zwar untersucht, aber nicht im Benchmarking abgebildet, da der Bedarf je nach Kundensegment und Branche sehr stark variiert.

Auffällig sind die teilweise erheblichen Preisunterschiede für Geschäftsgirokonten innerhalb und zwischen den Metropolregionen Deutschlands. Wenignutzer der untersuchten Institute bezahlen im Durchschnitt 154 € pro Jahr für ihr Konto, wobei die Preisspanne zwischen mindestens 74 € im Rhein-Main-Gebiet und bis zu 267 € in München liegt.

Im Vergleich der Durchschnittspreise zwischen den Regionen zahlen Wenignutzer im Schnitt am meisten in der Region Rhein-Ruhr (167 €) sowie in München (159 €), während Firmenkunden im Raum Bremen / Oldenburg mit durchschnittlich 141 € am wenigsten zahlen.

Vielnutzer bezahlen für ihr Konto im Durchschnitt 442 € pro Jahr, die Preisspanne liegt zwischen gut 140 € am unteren Ende im Rhein-Main-Gebiet und 835 € am oberen Ende in Nürnberg.

Die regionalen Unterschiede machen sich bei den Vielnutzern noch deutlicher bemerkbar: Hier zahlen Kunden mit durchschnittlich 522 € die höchsten Gebühren in der Rhein-Ruhr-Region, gefolgt von München und Rhein-Main mit etwas über 490 €. Am wenigsten zahlen mit 373 € die Kunden in der Region Bremen / Oldenburg.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
21.01.2020
Erschienen in Ausgabe:
10/2019
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Quelle(n):
Bildquelle: iStock.com/LdF
Autor/in 
Thomas Wollmann, Thierry Burckhart
Thomas Wollmann ist Vorstand der auf Finanzdienstleister fokussierten Managementberatung Investors Marketing AG.

Thierry Burckhart ist als Senior Manager im gleichen Unternehmen in Frankfurt am Main tätig.
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