Finanzindustrie
Fünf Bankingtrends, auf die es 2019 ankommt
 

2019 werden die digitalen Angebote von Finanzdienstleistern für viel Dynamik auf dem Bankenmarkt sorgen. Von dieser Entwicklung werden die Bankkunden profitieren.

Institute, die ihre digitale Transformation im kommenden Jahr nicht entschlossen vorantrieben, könnten im schärfer werdenden Wettbewerb jedoch nur noch schwer mithalten, ist Richard Dratva vom Schweizer FinTech Crealogix überzeugt. Fünf Trends werden dem Experten zufolge das Jahr 2019 bestimmen.

1. Open Banking

Banken verknüpften im Rahmen von Open Banking heute Anwendungen zu einer nahtlosen User Experience, die sich an den Bedürfnissen der Kunden orientiere, erklärt Dratva. Dennoch stehe die Branche hier noch am Anfang. Finanzdienstleister fingen gerade erst an, ihre eigenen Systeme aufzubauen. Hierbei gehe vor allem darum, die verwirrende Anzahl von Anwendungen zu bündeln. Die Herausforderungen bei der Orchestrierung der Anwendungen, der sicheren Bereitstellung digitaler Angebote und insbesondere bei der Aggregation von Bankdaten würden von den Instituten aber oft noch unterschätzt.

2. „Low Effort“-Erfahrungen

„Low Effort“-Erfahrungen (Erfahrungen und Handlungen, für die nur ein geringer Aufwand nötig sind) bewirkten eine höhere Nutzungsintensität bzw. einen höheren Umsatz pro Kunde, erklärt Dratva. Die Schaffung einer herausragenden Customer Experience bleibe für Kreditinstitute das wichtigste Ziel. Der Kunde dürfe jedoch von der Komplexität des Zusammenspiels verschiedener Anwendungen nichts mitbekommen. Die Benutzeroberfläche dürfe die dahinterstehende ausgefeilte Architektur nicht erahnen lassen.

3. KI als Hilfestellung bei der Kaufentscheidung

KI-Technologien seien bereits so ausgereift, dass sie Banken dabei helfen könnten, ihren Kunden einen individuellen Service zu bieten: „Künstliche Intelligenz wird es Finanzinstituten erlauben, die Customer Journey durch eine intelligente und proaktive Datennutzung zu vereinfachen und die richtigen Worte zu finden, die den Kunden in seiner Kaufentscheidung für ein Finanzprodukt bestmöglich unterstützen,“ betont Dratva. Dank KI sei hierfür keine persönliche Beratung mehr nötig. Ein Face-to-Face-Beratungsgespräch werde es künftig nur noch bei komplexeren Anforderungen geben.

4. Kostensenker Digitalisierung

Investitionen in die Digitalisierung müssten sich auszahlen: „Banken stehen nicht nur vor der Herausforderung, durch die Digitalisierung Kosten zu senken, sondern ihre Ökosysteme und neu definierten Customer Journeys müssen auch neue Ertragsquellen erschließen.“ Die Nutzung von Programmierschnittstellen eröffne der Plattformökonomie neue Möglichkeiten, die Banken bisher kaum nutzten. Vor diesem Hintergrund würden Partnerschaften mit FinTechs für Geldhäuser immer wichtiger.

5. Schnelle Markteinführungen

Die Finanzindustrie könne sich große digitale „Big Bang“-Projekte mit langen Entwicklungszeiten nicht mehr leisten. Der mit Unsicherheiten verbundene agile Ansatz widerspreche zwar der herkömmlichen Vorgehensweise, die Einführung neuer Produkte bis ins letzte Detail zu planen. Agile Prozesse ermöglichten es jedoch, sichtbare Verbesserungen innerhalb weniger Wochen zur Marktreife zu bringen und ohne hohe Investitionen im Livebetrieb zu testen, resümiert Dratva. (ud)

Kontakt  
Diesen Artikel ...  
Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
12.12.2018
Quelle(n):
Bildquelle: ©ChrisSteer | istockphoto.com
Autor/in 
Redaktion die Bank
Weitere Artikel 
Newsletter

die bank | Newsletter

Abonnieren Sie den kostenlosen redaktionellen Newsletter der Fachzeitschrift „die bank“.
Der Newsletter erscheint mindestens einmal im Monat und informiert Sie über aktuelle Beiträge und News.

 Anmeldung

 Newsletter-Archiv