Weiter sinkende Zahlen
Fast 23.000 Bank-Arbeitsplätze weniger
 

Die Zahl der Beschäftigten im deutschen Kreditgewerbe ist im Jahr 2017 um 3,8 Prozent auf 586.250 gesunken, das entspricht 22.850 Stellen weniger. Damit setzt sich der seit Jahren anhaltende Personalabbau fort. Im Vorjahr hatte sich die Beschäftigtenzahl um 2,9 Prozent verringert. Zu diesen Ergebnissen kommt der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes (AGV Banken) in seiner aktuellen Beschäftigtenerhebung.

Im privaten Bankgewerbe waren zum letzten Jahresende 158.100 Frauen und Männer beschäftigt (Vorjahr: 166.050), damit sank die Beschäftigtenzahl um 4,8 Prozent. Diese Entwicklung spiegelt auch den Umbau der Geschäftsmodelle im Zug der Digitalisierung wider. Zuletzt entfielen vor allem einfache Tätigkeiten in Abwicklungs- und Service-Einheiten. 

Auf der anderen Seite steigt der Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, die an der Schnittstelle zwischen IT und Bankgeschäft neue Produkte und Prozesse gestalten. Dabei sind zunehmend auch Professionen außerhalb des klassischen Bankgeschäfts gefragt, etwa aus dem mathematisch-naturwissenschaftlichen Bereich. Darüber hinaus haben die Kreditinstitute erneut verstärkt Spezialisten für Regulierung, Compliance und Kontrollfunktionen eingestellt. Insgesamt gleichen die Neueinstellungen den – vorwiegend digitalisierungsbedingten – Personalabbau jedoch weiterhin nicht aus.

Unterschiede zeigen sich auch beim Blick auf die verschiedenen Bankengruppen und Geschäftsmodelle. Während die Privatbankiers, einige Hypotheken- und Direktbanken ihren Personalbestand aufstockten, gingen die Mitarbeiterzahlen bei Groß- und Spezialbanken zurück. Weitgehend stabile Zahlen wurden aus den Regionalbanken und den privaten Bausparkassen gemeldet. 

Der Anteil von Frauen in Führungspositionen im privaten Bankgewerbe ist nach dem deutlichen Wachstum der Vorjahre im vergangenen Jahr nur minimal von 33,5 auf 33,6 Prozent gestiegen. Die Teilzeitquote – über alle Beschäftigten hinweg – liegt nun bei 25,7 Prozent, das sind 0,4 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Erhöht hat sich auch der Anteil der Teilzeitkräfte unter den außertariflich Beschäftigten, er stieg um 0,3 Punkte auf 14,8 Prozent. Die Ausbildungsquote, also die Zahl der auszubildenden Bankkaufleute im Verhältnis zum Stammpersonal, sank im privaten Bankgewerbe von 4,3 auf 3,8 Prozent. Unter Berücksichtigung aller Ausbildungsformen (inklusive dualer, ausbildungs- oder praxisintegrierter Studiengänge) beträgt die Ausbildungsquote 4,8 Prozent nach 5,3 Prozent im Vorjahr. Einige Institute gleichen dies durch eine steigende Zahl von Trainees aus.

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Artikel veröffentlicht am:
27.07.2018
Quelle(n):

Bildquelle: Spiderstock | istockphoto.com

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Redaktion die bank
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