Blitzüberweisung mit TIPS
EZB startet neuen Sofortzahlungsdienst
 

Ab sofort können Bankkunden ihr Geld rund um die Uhr in Sekundenschnelle ins europäische Ausland überweisen. Möglich macht dies das neue TIPS-Verfahren, welches die Europäische Zentralbank (EZB) an diesem Freitag startet.

Mit dem neuen Sofortzahlungsdienst TIPS (Target Instant Payment Settlement) soll der Zahlungsverkehr insgesamt deutlich beschleunigt werden, indem direkt Zentralbankgeld überwiesen wird. Zugleich will die Notenbank bisherigen Anbietern wie Mastercard oder Visa Konkurrenz machen. TIPS soll an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung stehen. Der Dienst wurde in enger Kooperation mit den Banken in Europa entwickelt.

Der für TIPS zuständige EZB-Generaldirektor Marc Bayle de Jessé lobte die Vorteile des Systems: „Der größte Unterschied zu existierenden Zahlungslösungen ist, dass TIPS sofort in Zentralbankgeld überweist“, erklärte er am Freitag Medienberichten zufolge. Dies beschleunige den grenzüberschreitenden Zahlungsverkehr enorm, weil es viele Zwischenstationen überflüssig mache. Geschäftspartner seien hierdurch auch nicht mehr dem Risiko ausgesetzt, dass Zahlungen nicht gedeckt sein könnten. Auf europäischer und nationaler Ebene gibt es zwar bereits Bezahlangebote wie RT1 von der Europäischen Bankenaufsicht EBA oder Paylib in Frankreich. Diese seien aber meist national begrenzt oder hätten sich nicht durchgesetzt, so Bayle de Jessé.

Erschwingliche Gebühren

Zum Start von TIPS testen den Angaben zufolge acht Banken das neue Verfahren. Prinzipiell könnten sich alle Geldhäuser und Zahlungsdienste beteiligen, die bereits ein Konto bei der Notenbank eingerichtet hätten. Andere Dienste ohne Konto sollten sich wiederum über bereits teilnehmende Institute anschließen können. Das System sei somit auch für FinTechs zugänglich. Die Gebühren seien erschwinglich. Jede neue Transaktion solle in den ersten beiden Jahren pauschal nur 0,2 Cent kosten.

In der Eurozone könnten laut einer EZB-Prognose innerhalb von fünf Jahren täglich etwa zehn Mio. Sofortzahlungen geleistet werden. Dies entspreche rund einem Zehntel der täglichen Transaktionen mit allen Arten von Zahlungskarten. Zwar startet TIPS zunächst nur als Service für die Eurozone. Doch laut EZB stellt es kein Problem dar, zu einem späteren Zeitpunkt auch andere Währungen in das Verfahren mit einzubeziehen.

Am Freitag gab zugleich der Bankendienstleister SWIFT die Inbetriebnahme seines Messaging-Services SWIFTNet Instant für TIPS bekannt. Alain Raes, Chief Executive of Europe, Middle East & Africa bei SWIFT, erklärte: „Wir freuen uns, die erfolgreiche Inbetriebnahme unserer Konnektivitätslösung für Echtzeitzahlungen über TIPS zu bestätigen.“ Die SWIFT-Lösung sei für TIPS ein wichtiger Baustein für den Zugang zum künftigen Single Market Infrastructure Gateway (ESMIG) des Eurosystems. (ud)

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Artikel veröffentlicht am:
30.11.2018
Quelle(n):

Bildquelle: ©coutneyk | istockphoto.com

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Redaktion die Bank
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