21. Deutscher Bankentag
Europa braucht starke Banken
 

Um Innovation und Wachstum innerhalb Europas trotz Zeiten des Umbruchs zu sichern, brauche es starke, wettbewerbsfähige Banken. Wie Hans-Walter Peters, Präsident des Bankenverbands, im Rahmen des 21. Deutschen Bankentags betont, sei die Ertragslage der Institute jedoch noch nicht überall befriedigend, dies gelte auch in Deutschland. Banken müssten zunächst den Fokus auf neue Geschäftsmodelle – auch digitale – sowie neue Ertragsfelder legen und dies mit entsprechenden Kostensenkungen.

Doch wichtig sei auch, die Belastungen anzugehen, die von außen auf die Banken einwirken. So belaste die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) Sparer, Wirtschaft und Banken zugleich. Peters warnt diesbezüglich vor einer möglichen Überhandnahme der Risiken und Nebenwirkungen – auch für die Finanzstabilität. Hier müsse die EZB dringend den Einstieg in den Ausstieg aus der Nullzinspolitik finden. Auch die Vielzahl und Komplexität der Regulierungsmaßnahmen stelle eine große Belastung für die Institute dar, insbesondere für die kleineren Häuser. Eine bessere Regulierung sei die richtige Antwort auf die Finanzkrise, allerdings müsse der damit verbundene Aufwand in Relation zu den gewünschten Ergebnissen stehen. „Hier gibt es berechtigte Zweifel, deshalb ist es richtig die regulatorischen Maßnahmen immer wieder auf den Prüfstand zu stellen“, betont Peters.

Im Gegensatz zur Ertragslage sind die Banken in Punkto Datensicherheit jedoch bereits gut aufgestellt. Eine große Mehrheit der Bundesbürger würde sich bei ihrer Bank am besten aufgehoben fühlen, so Peters zu dem Ergebnis einer Umfrage des Bankenverbands anlässlich des Bankentags. Zum Vergleich: Während sechs von zehn Deutschen (61 Prozent) davon überzeugt sind, dass Kundendaten bei Banken vor dem missbräuchlichen Zugriff gut oder sehr gut geschützt sind, glauben das von den jungen FinTech-Unternehmen nur 17 Prozent – von Unternehmen wie Google oder Amazon sogar nur 10 Prozent. Sofern einer dieser großen Internetakteure in Deutschland Finanzdienstleistungen anbieten würden, käme ein Wechsel lediglich für 3 Prozent der Befragten in Betracht. Zudem haben fast 70 Prozent ein „ungutes Gefühl“, wenn sie im Internet etwa bei einem Bestellvorgang ihren Namen, ihre Adresse, Telefonnummer oder ihr Geburtsdatum angeben müssen. Gut ein Fünftel vermeidet aus Angst vor Datenmissbrauch solche Angaben im Internet sogar völlig. Peters verweist angesichts dessen auf den Vertrauensvorsprung, den die Banken genießen: „Die Kunden kennen und schätzen ihre Bank: so wie sie ihrer Bank ihr Geld anvertrauen, so vertrauen sie ihrer Bank auch beim Schutz ihrer persönlichen Daten.“ Das Vertrauen der Kunden sei ein hohes Gut und eine gute Basis für den weiteren Ausbau digitaler Angebote der Banken.

 

 

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Artikel veröffentlicht am:
06.04.2017
Erschienen in Ausgabe:

Quelle(n):
Bildquelle: ©Bundesverband deutscher Banken
Autor/in 
Redaktion die bank
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