Immobilienpreise und Bankensektor
Ein moderater Preisverfall könnte absorbiert werden
 

Das Preisniveau im Immobilienmarkt ist als Folge des niedrigen Zinsniveaus, der demografischen Entwicklung, des anhaltenden Urbanisierungstrends und einer geringen Neubautätigkeit deutlich gestiegen. Preisübertreibungen sind jedoch meist nur in den Metropolen zu beobachten. Wächst hier eventuell eine bundesweite Preisblase, und welche Risiken können sich aus dem Immobilienmarkt für den Bankensektor entwickeln?

Die Immobilienpreise und Angebotsmieten sind insbesondere in den Ballungszentren in den letzten zehn Jahren stark gestiegen. Das überrascht, weil der Wohnungsmarkt als zyklisch gilt, und ein Zyklus im Allgemeinen nur sieben Jahre anhält. Der Anstieg bei den Hauspreisen ist auf die niedrigen Hypothekenzinsen, die guten Einkommensaussichten, die robuste Konjunkturentwicklung und die große Liquidität institutioneller Investoren zurückzuführen, darunter auch klassische Anleiheinvestoren, die als Folge der gesunkenen Zinsen auf andere Märkte wie z. B. Immobilien auswichen.

Unter dem Einfluss der expansiven Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sanken die Zinsen für Wohnimmobilienkredite, die sich in den 2000er-Jahren in einem Korridor von rund 4 bis 5 Prozent bewegt hatten, zuletzt auf etwa 1,5 Prozent. Wenngleich die Warnungen vor einer Preisblase zunehmen, kann bundesweit nicht von einer „Bubble“ gesprochen werden.

Da auch die private Verschuldung der deutschen Haushalte im internationalen Vergleich gering und der konjunkturelle Abschwung bisher nicht stark ausgeprägt sind, dürften sich die Risiken für die deutschen Privatbanken in Grenzen halten. Ein Risiko für eine Preiskorrektur könnte vor allem dann entstehen, wenn sich die beschriebenen Faktoren verschlechtern sollten.

Zu geringe Neubauzahlen

Auch die geringe Zahl der Neubauwohnungen in den Großstädten sowie im Umfeld der Metropolen wirkt preistreibend. So wurden zwischen 2016 und 2018 in den sieben größten Städten lediglich 71 Prozent der benötigten Wohnungen fertiggestellt. Um den hohen Bedarf zu decken, müssten nach Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) in Deutschland bis 2020 pro Jahr 341.700 neue Wohnungen entstehen.

Da aufgrund des starken Preiswachstums Eigentum zusehends unerschwinglicher wird, verharrt die Wohneigentumsquote bundesweit bei 20 Prozent. Selbst in den A-Städten – Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg – liegen die Eigenheimquoten mit 19 bis 23 Prozent deutlich unter dem europäischen Durchschnitt, so der aktuelle JLL European Dynamics City Report.

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
19.11.2019
Erschienen in Ausgabe:
09/2019
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Bildquelle: iStock.com/horstgerlach

Autor/in 
Karl-Heinz Goedeckemeyer
Wirtschaftspublizist und Finanzanalyst in Frankfurt am Main.
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