Internes Recruiting
Eigengewächse bevorzugt
 

Fachkräfte sind gesucht, deshalb besetzen Finanzunternehmen ihre freien Stellen zunehmend mit Mitarbeitern aus den eigenen Reihen. Dieser Weg der Rekrutierung spart Suchkosten, verhindert mitunter lange Vakanzen, hält das Wissen im Unternehmen und stärkt die Bindung von qualifizierten Mitarbeitern. Nur auf dieses Pferd zu setzen, wäre allerdings fatal. Zu viel Stallgeruch kann das Wachstum auch behindern.

Seit April 2018 ist Christian Sewing Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bank. Der 48-Jährige ist ein Eigengewächs und hat das Bankgeschäft von der Pike auf gelernt. Nach abgeschlossener Banklehre, anschließendem Studium und einer zweijährigen Zwischenstation bei einem anderen Finanzinstitut bekleidete er bei der Deutschen Bank verschiedene Führungspositionen, auch im Ausland. Sein zuvor größter Karriereschritt erfolgte 2015 mit dem Einzug in den Vorstand und der Leitung der Sparte für Privat- und Geschäftskunden mit rund 27 Millionen Kunden.

In Sewings Fall hat ihn die Mischung aus Talent, Ehrgeiz und Expertenwissen auf den höchsten Stuhl im Unternehmen befördert, zusätzlich begünstigt durch eine funktionierende Personalentwicklung, die zur richtigen Zeit den passenden Mann parat hatte. 

Bei anderen Banken gibt es ebenfalls solche Karrieren: Auch der Commerzbank-Chef Martin Zielke kommt aus den eigenen Reihen. 2016 setzte er sich gegen externe Kandidaten durch, die zeitweise im Gespräch waren. Auch Michael Diederich, Chef der Hypo-Vereinsbank, ist ein Eigengewächs, das sich im Unternehmen hochdiente. Seit über 20 Jahren arbeitet er mit kurzen Unterbrechungen für das Unternehmen, bei dem er vor vielen Jahren als Trainee begonnen hatte und später die Karrierestufe eines Vorstandsassistenten im Bereich Firmenkunden erklomm.

Was in der Finanzbranche als Trend erkennbar ist, lässt sich auch auf Großunternehmen anderer Branchen übertragen: Stallgeruch und Vorstandserfahrung sind für den Chefsessel unabdingbar: Vier von fünf CEO in Deutschland werden intern rekrutiert, so das Ergebnis einer Studie der internationalen Personalberatung Odgers Berndtson. Vielfach wird die Verantwortung lieber in sogenannte Eigen- oder Hausgewächse gelegt, als das Risiko einer teuren Fehlbesetzung zu riskieren.

Branchenkenner beobachten, dass sich bei den von der Bankenkrise gebeutelten Finanzhäusern vielfach eine gewisse Rückbesinnung auf den Heimatmarkt und die Kernkompetenzen feststellen lässt, was sich auch in den Top-Positionen widerspiegelt. 

(…) 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
29.10.2018
Erschienen in Ausgabe:
08/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Manuta | istockphoto.com
Autor/in 
Annette Neumann
Die Berlinerin arbeitet als freie HR-Journalistin für Fachzeitschriften und für Mitarbeitermagazine internationaler Unternehmen. Ihre Schwerpunktthemen sind u. a. Recruiting, Employer Branding und Diversity. 
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