Neue Marktteilnehmer wachsen stark
Direktbanken auf Kundenjagd

Die deutschen Direktbanken versuchen immer stärker, in die Rolle der Hausbank zu gelangen. Vor allem ING und DKB fahren eine Strategie mit besonderen Konditionen für Hausbankkunden oder Kooperationen mit attraktiven Partnern und werden dafür mit hohem Kundenwachstum belohnt, zeigt die Direktbankenstudie der Frankfurter Managementberatung Investors Marketing (IM). Im Jahr 2017 sei die Kundenreichweite der Direktbanken im Vergleich zum Vorjahr um zusätzliche 800.000 auf rund 19 Millionen angestiegen. „Diese Zahl dürfte bis 2020 weiter auf 22 Millionen wachsen“, glaubt IM-Vorstandschef Oliver Mihm. Das entspricht einem Zuwachs von rund 5 Prozent pro Jahr.

Die drei Marktführer – zur ING mit gut 8,5 Millionen Kunden und DKB (3,7 Millionen) gesellt sich auch die Comdirect (2,3 Millionen Kunden) – hätten 2017 jeweils über 200.000 Kunden hinzugewinnen können. Sie vereinten über 75 Prozent der Direktbankkunden auf sich. Auch Anbieter wie Fidor und N26 hätten die Kundenzahl merklich steigern können, während sie bei den Autobanken stagniere, so IM.

Das Wachstum werde von zwei wesentlichen Faktoren begünstigt: Während die meisten Filialbanken ihre Preise erhöht haben, bieten die Direktbanken durch die Bank Basiskonto und Karte ohne Gebühren an. Darüber hinaus punkten die Direktbanken im Segment Kundenzentrierung. Bei der Befragung von 2.000 Bankkunden hatte IM in diesem Jahr bereits herausgefunden, dass Kunden der Direktbanken ihre Hausbank für besonders innovativ, komfortabel und fair halten. Im Hinblick auf Kompetenz und Service stünden Direktbanken traditionellen Banken nicht nach. Sie schaffen es zumindest genau so gut, den Kunden das Gefühl zu vermitteln, sie seien ihnen wichtig. „Starke Kundenbeziehungen sind inzwischen nicht mehr vom Vertriebsmodell abhängig“, sagt Oliver Mihm. 

IM geht davon aus, dass in den kommenden Jahren alle Direktbanken versuchen werden, mehr Hausbankkunden zu binden. Weiteres Wachstumspotenzial machen die Berater vor allem bei jungen Kunden unter 30 Jahren aus. Signifikante Marktanteile hätten die Direktbanken vor allem im Einlagen- und Wertpapiergeschäft erreicht. Nach Berechnungen von Investors Marketing verwalten sie inzwischen Einlagen in Höhe von rund 290 Mrd. Euro sowie ein Depotvolumen von rund 140 Mrd. Euro. Außerdem führen sie fast 8 Millionen Girokonten. (kra) 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
12.12.2018
Quelle(n):

Bildquelle: Seidl_Art | iStockphoto.com

Grafik: Investors Marketing. 

Autor/in 
Redaktion die bank
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