Finanzwirtschaft lernt aus der Neuropsychologie
Digitales Vertrauen als Währung für den Erfolg
 

Ausschlaggebend für die Steigerung von Nutzerquoten von digitalen Lösungen ist das digitale Vertrauen, das der Nutzer diesen gegenüber entwickeln kann. Unsere Autorin liefert einen Einblick in die Erkenntnisse aus ihrer wissenschaftlichen Arbeit zu diesem Thema. Sie hat in diesem Rahmen bislang 38 halbblinde Experimente bei 29 internationalen Unternehmen mit einer Testgruppengröße von 980 Personen durchgeführt.

Es ist schon sehr erstaunlich was Menschen so alles machen. Sie übernachten in den Wohnungen von Unbekannten. Sie lassen sich von Fremden, die noch nicht mal eine Taxilizenz haben, durch Städte fahren. Sie leihen Unbekannten, die irgendwo auf der Welt leben, ihr eigenes Geld. AirBnB und Uber, Kreditvermittler wie Zopa und  eLolly oder die Crowdfunding-Plattform Kickstarter sind einige der Geschäftsmodelle, die dieses Verhalten ermöglichen. 

Auf diesen Plattformen werden die Nutzer motiviert, ein mögliches hohes Risiko für eine relativ geringe Preisersparnis oder Rendite einzugehen. Die Nutzung von Modellen wie N26, Weltsparen, Transferwise oder Figo wären aus Sicht einer Risikobewertung noch vor wenigen Jahren undenkbar gewesen.

Aufgrund der Nutzungszahlen von Online-Banking und sogar Finanzprodukten von Start-ups könnte man die Position vertreten, dass den digitalen Lösungen sogar sehr stark vertraut wird. 

Bei all den Vorteilen, die beispielsweise per Robo Advice generierte Finanzprodukte für Kapitalanalagen, Sparprogramme oder Aktienhandel bieten, ist aber doch die eigentliche Frage, warum nicht noch mehr Menschen diese Produkte nutzen.

Warum ist die Anzahl der Visits und der Konvertierungsraten trotz der enormen Online-Marketing-Budgets nicht höher? Die Antwort lautet: Hier fehlt das „digitale Vertrauen“! Zum Aufbau dieser digitalen Vertrauensbasis wird viel substanzielles Wissen benötigt. 

Messbare Leistungen von digitalem Vertrauen 

Nach der Analyse der Ergebnisse der bislang durchgeführten Experimente kann festgestellt werden, dass „digitales Vertrauen“ das entscheidende Gefühl ist, das jedes digitale Produkt, jede digitale Plattform und jede digitale Lösung in der Finanzwirtschaft generieren sollte, damit der Nutzer dieses anwendet und dies auch gern tut. 

Dieses Gefühl muss immer wieder erzeugt und bestätigt werden, da der Nutzer bereits bei kleinen Dissonanzen eine Kaufentscheidung verweigert oder sich entschließt, eine andere Lösung zu verwenden. Wenn den digitalen Lösungen eines Unternehmens vertraut wird, führt dies zu einer messbaren Steigerung wirtschaftlich relevanter Faktoren. 

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Artikelinformationen 
Artikel veröffentlicht am:
11.06.2018
Erschienen in Ausgabe:
05/2018
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Quelle(n):
Bildquelle: ©Jacob Ammentorp Lund | istockphoto.com
Autor/in 
Katharina von Knop
Dr. Katharina von Knop leitet das Forschungsprojekt „Digital Trust“. Ziel dieses Projekts ist es herauszufinden, wie digitales Vertrauen aufgebaut und optimiert werden kann. Darüber hinaus befindet sich die erfahrene Managerin in der Gründung ihres vierten Start-ups. 
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