Millenials und Banking
Die Filiale bleibt wichtig
 

Immer Online, auch beim Banking – knapp 80 Prozent der jungen Deutschen aus der Generation der sogenannten Millenials bevorzugen Digital Banking für ihre finanziellen Angelegenheiten. Ähnlich ist der Wert in der Schweiz, in Österreich liegt er sogar bei knapp 90 Prozent. Trotzdem möchten viele junge Bankkunden die Filiale vor Ort nicht missen. Fast ein Drittel der Deutschen und jeweils etwa ein Viertel der Schweizer und Österreicher wollen den menschlichen Kontakt beibehalten. „Um den Millennials gerecht zu werden, ist deswegen ein hybrider Beratungsansatz unverzichtbar“, schlussfolgert Maryam Danesh-Kajouri von Crealogix. Der Schweizer Softwareanbieter hatte für die „Bankkundenbefragung 2018“ 1.000 Bankkunden im Alter zwischen 18 und 45 Jahren in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu ihren Erwartungen an ihr Kreditinstitut befragen lassen.

Auch Mobile Banking bleibt auf dem Vormarsch, immer mehr Bankkunden bevorzugen mobile Endgeräte für die Erledigung ihrer Bankgeschäfte. Am höchsten ist die Mobile-Begeisterung derzeit in Österreich: 37 Prozent der 18- bis 45-Jährigen bevorzugen das Banking per Smartphone oder Tablet, die Schweiz und Deutschland liegen mit 29 bzw. 27 Prozent etwas dahinter. 

Hinsichtlich der Zufriedenheit mit ihrer Bank zeigen sich in der Bankkundenbefragung Licht und Schatten. Am zufriedensten sind die Bankkunden in Österreich: 73 Prozent der Millennials in der Alpenrepublik sind – vergleichen mit sonstigen Shopping-Erlebnissen – zufrieden mit dem Kundenerlebnis, das ihnen ihre Bank bietet. In der Schweiz liegt der Wert nur leicht dahinter zurück. In Deutschland jedoch gibt es in diesem Punkt für Finanzinstitute offensichtlich noch Luft nach oben: Nur 57 Prozent der jungen Befragten sind mit ihrer Bank zufrieden, 39 Prozent sehen Steigerungsbedarf im Service. 

Open Banking – Begeisterung und Skepsis

Beim Open Banking öffnen Finanzinstitute ihre Infrastruktur für die Angebote Dritter und gehen dabei über die Anforderungen der neuen EU-Zahlungsdiensterichtlinie PSD2 noch hinaus. In einer Open-Banking-Welt können Kunden beispielsweise über eine einzige App auf sämtliche Finanzservices zugreifen. Auch die Offenheit für diese Services wurde in der Bankkundenbefragung ermittelt. In Deutschland ist eine solche Plattformstrategie ganz im Sinne der Kunden: Zwei Drittel der Befragten würden die damit verbundene Bequemlichkeit begrüßen. In anderen Ländern wie beispielsweise Großbritannien liegt die Akzeptanz für das Open Banking auf einem ähnlich hohen Niveau.

In Österreich sind hingegen nur 35 Prozent der befragten Bankkunden der Ansicht, dass eine solche App ihren Alltag einfacher machen könnte. Auch in der Schweiz ist die Begeisterung für das Open Banking mit einem Wert von 41 Prozent noch ausbaufähig. Die Vorbehalte gegenüber Open Banking äußern sich vor allem in Bedenken hinsichtlich der Sicherheit der Anwendungen. Deshalb sollten Banken diese Bedenken ernst nehmen. Produktmanager Ludwig Volk hält mehrstufige Sicherheitsstrategien mit einer starken Kundenauthentifizierung für einen wichtigen Bestandteil jeder Open-Banking-Initiative, ebenso wie Maßnahmen zur Betrugsprävention. 

Hat eine Bank mit einer Digital-Banking-Infrastruktur und offenen Schnittstellen (APIs) erst einmal die technische Grundlage für Open Banking geschaffen, könne sie mit eigenen Apps und Drittanwendungen individuelle Kundenerlebnisse schaffen – was vor dem Hintergrund des scharfen Wettbewerbs im Bankensektor und der gestiegenen Wechselbereitschaft der Kunden immer wichtiger werde, so Volk weiter. Banken seien gut beraten, sich frühzeitig mit Open-Banking-Angeboten zu positionieren, „denn die First Mover haben es am einfachsten, Kunden durch neue Angebote innerhalb eines offenen Ökosystems langfristig an ihr Institut zu binden.“

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Artikel veröffentlicht am:
18.10.2018
Quelle(n):
Bildquelle: vm | iStockphoto.com 
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Redaktion die bank
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